Das Haus des Kollegialrates G.A. Palibin, gelegen in der Pljuschikha im ehemaligen Langen Gässchen, ist eines der ältesten Holzgebäude Moskaus. Dieses Denkmal des Moskauer Holz-Empire-Stils wurde 1818 erbaut. Das einstöckige Haus mit Mezzanin, das mit der Giebelseite zur Straße zeigt, zieht mit seiner Fassade im Stil des späten Moskauer Klassizismus die Aufmerksamkeit auf sich. Man kann zahlreiche Stuckverzierungen wie Gorgonen, Palmetten und Ichthyokentauren sowie eine vertikale Nische zwischen zwei Risaliten sehen. Möglicherweise wurde beim Bau eine der "Musterfassaden" verwendet, die nach dem Brand von 1812 von einer Kommission unter der Leitung von O. Bove entworfen wurde. Dieses miniature Herrenhaus mit Garten und Nebengebäuden ermöglicht es, das Leben einer kleinen Adelsfamilie zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu verstehen.
Das Palibin-Haus ist auch mit Savva Jamshchikov verbunden, einem bekannten Historiker und Publizisten, der Vorsitzender der Vereinigung der Restauratoren Russlands war und einen bedeutenden Beitrag zur Erhaltung der russischen Kultur geleistet hat. Seine Tochter Marfa Jamshchikova erinnert sich, dass Savva Vasilievich sich in diesem Haus wohlfühlte und gerne Gäste empfing, die er zu Ausstellungen einlud.
Im Jahr 1847 wurde das Haus umgebaut: Der hintere Teil mit den Emporen wurde abgerissen und an seiner Stelle wurde ein neuer, größerer Bau errichtet. Zehn Jahre später wurde auf der Westseite eine Galerie vom Haupteingang zur Gasse hinzugefügt. Auf der anderen Seite gab es eine symmetrische Galerie mit einem falschen Eingang, die nicht erhalten geblieben ist.
In den 1980er Jahren wurde das Haus sorgfältig restauriert. Unter Schichten von Filz und Putz wurden seltene Empire-Papiertapeten entdeckt, die von Hand bemalt waren. Diese Tapeten schmückten reiche Häuser und Paläste, und ihr Vorhandensein in einem gewöhnlichen Moskauer Herrenhaus war eine Überraschung. Unter den Tapeten fand man eine Papierschicht mit Dokumenten, die mit brauner Tinte geschrieben waren, wahrscheinlich ein Teil des abgeschriebenen Archivs der Landvermessungsbehörde, in der der Eigentümer des Hauses tätig war. Die Restauratoren konnten das bemalte Papier nicht von der Unterlage trennen, um die Tapeten nicht zu beschädigen.
Unter der Holztreppe fand man einen Ofen mit bunten Kacheln, der mit alten Zeitungen verklebt war. Die Kacheln blieben nach dem Austausch der alten Öfen gegen neue aus weißem Keramik in der Mitte des 19. Jahrhunderts erhalten. Die alten Kacheln wurden nicht weggeworfen, sondern zur Verkleidung des unauffälligen Ofens unter der Treppe verwendet.
Während der Restaurierung wurden halbverrottete Sparren und Deckenbalken ersetzt, die Wände der Keller verstärkt und Fenster- und Türkonstruktionen wiederhergestellt.
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