Kuntsevo, ein Stadtteil Moskaus, bekannt für seine reiche Geschichte. Die Besiedlung dieser Gegend begann bereits im 5. Jahrhundert vor Christus. Die erste Erwähnung von Kuntsevo in historischen Dokumenten stammt aus dem Jahr 1454. Einer der ersten Besitzer des Setun-Staates, zu dem das Gebiet von Kuntsevo gehörte, war Fürst Wladimir Andrejewitsch von Serpuchow, der Enkel von Iwan Kalita.
Im Jahr 1572 schenkte Iwan der Schreckliche Kuntsevo dem Boyaren Mstislawski, danach ging es an die Miloslavskis. Nach dem Strelzi-Aufstand wurde Kuntsevo zusammen mit den benachbarten Filjami Eigentum der Naryshkins.
Am Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Kuntsevo, das noch nicht Teil Moskaus war, zu einem beliebten Datschengebiet. Im Sommer 1799-1800 verbrachte der Historiker und Schriftsteller N. M. Karamzin hier seinen Urlaub. Auch I. S. Turgenew, A. I. Herzen, N. P. Ogarev, D. V. Grigorowitsch, N. A. Nekrasov, L. N. Tolstoi sowie die Künstler A. K. Sawrassow und I. N. Kramskoy waren in Kuntsevo zu Gast. Der Hauptteil des Romans von Turgenew "Vor dem Sturm" spielt genau hier. In Kuntsevo befand sich die Datscha des Gründers der Tretjakow-Galerie P. M. Tretjakow.
Die Station Kuntsevo der Weißrussischen Eisenbahn wurde 1874 eröffnet, vier Jahre nach Beginn des Verkehrs auf der Moskauer-Smolensker Eisenbahn. Dies trug zur Entwicklung Kuntsevos bei, das zu einem beliebten Erholungsort für die Moskauer wurde.
Die Einheimischen errichteten eine Datschenkolonie namens Neues Kuntsevo, wo Häuser an weniger wohlhabende Menschen vermietet wurden. Es ist bekannt, dass hier 1912-1913 Sergej Jessenin und Wladimir Majakowski lebten. In Kuntsevo wurde ein Film basierend auf der Oper "Die Pskowiten" gedreht, in dem F. I. Schaljapin die Rolle von Iwan dem Schrecklichen spielte.
Das Gebäude des Bahnhofs Kuntsevo der Weißrussischen Eisenbahn wurde 1913 im neugotischen Stil nach einem Entwurf des Architekten Iwan Iwanowitsch Strukow erbaut. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Kuntsevo-Bahnhof für sein Buffet bekannt, insbesondere für seine Piroggen. Es gab sogar ein Sprichwort: "Aus Kuntsevo fährt man nicht hungrig ab".
In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts befand sich in der Nähe des Bahnhofs Kuntsevo ein städtischer Markt.
Das Gebäude des Bahnhofs existiert noch heute, aber es funktioniert nicht mehr als Bahnhof und es gibt dort keine Piroggen mehr.
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