Die russisch-türkischen Beziehungen auf staatlicher Ebene wurden von Ivan III. etabliert und bestehen seit über einem halben Jahrhundert. Im Jahr 1492 sandte der Zar ein Schreiben an den türkischen Sultan Bayezid mit dem Vorschlag, zwischenstaatliche Beziehungen aufzubauen, was der Sultan annahm.
Für den Bau des ersten Botschaftsgebäudes wurde im mittleren 18. Jahrhundert ein Grundstück im Stadtteil Beyoğlu, dem europäischen Teil Istanbuls, am Ufer des Bosporus und der Goldenen Horn gekauft. Der Legende nach sandte Zarin Katharina mehrere Schiffe mit russischem Boden dorthin, um einen Graben auf dem Grundstück zuzuschütten und es dadurch zu erweitern.
Die ersten beiden Botschaftsgebäude wurden durch Brände zerstört, die in der osmanischen Zeit in Istanbul häufig vorkamen. In einem von ihnen arbeitete von 1792 bis 1794 Michail Kutusow, der zukünftige Feldherr des Vaterländischen Krieges von 1812.
Der Bau des heutigen Gebäudes des Generalkonsulats der RF in Istanbul begann 1837. Das Projekt im Stil des russischen Klassizismus wurde vom italienischen Architekten Fossati entworfen, der auch die Bauarbeiten überwachte. Nach Abschluss der Arbeiten leitete Fossati auf Wunsch des Sultans die Restaurierung der Hagia Sophia, die von den Türken in eine Moschee umgewandelt wurde.
Für den Bau des Botschaftspalastes wurden die besten heimischen Meister, Steinmetze und Zimmerleute herangezogen. In einem Metallwerk in Lugansk wurden die gusseisernen Tore, Gitter und Wappen gefertigt, die bis heute erhalten sind. Die Wand- und Deckenmalereien, die von italienischen Dekorationsmalern ausgeführt wurden, gingen jedoch verloren. Sie zeigten Ansichten von St. Petersburg.
Die Innenräume des Generalkonsulats bewahren den palastartigen Glanz. Im Gebäude befinden sich mehrere große Säle, darunter der Hauptsaal mit 13 Meter hohen Säulen und einer Fläche von über 500 Quadratmetern einschließlich der Veranda. Der Spiegelsaal beeindruckt mit seiner Deckenstuckarbeit und alten Spiegeln. Alle Besucher sind von dem Luxus dieser Räume beeindruckt.
Das Botschaftshaus litt mehrfach unter Naturkatastrophen und wurde umfassend renoviert. Nach der Revolution und dem Bürgerkrieg diente es als Krankenhaus für verwundete Offiziere der Weißen Armee. Als die Bolschewiki diplomatische Beziehungen zu der Türkei aufbauten, wurde das Wappen des Russischen Kaiserreichs vom Gebäude entfernt, jedoch 2005 in neuer Form wiederhergestellt.
Ein Jahr später wurde an der Wand des Generalkonsulats eine Gedenktafel mit dem Bild von Konstantin Leontjew (1831-1891), einem bekannten russischen Denker und Diplomaten, der mit der Türkei verbunden war, angebracht.
Das Generalkonsulat der Russischen Föderation in Istanbul ist ein architektonisches Denkmal und eine markante Sehenswürdigkeit der Stadt.
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