Das 1862 in Zarizyn an der Kreuzung der Dubowskaja und Knyagininskaja Straße errichtete Gebäude wurde von der Bauartel des lokalen Kaufmanns Alexander Schlykow erbaut. Dank der Bemühungen des Kaufmanns und seiner Familie wurde am 5. September 1910 in diesem Gebäude die 4. Mädchenschule eröffnet, die einzige in dem zarizynischen Teil der Stadt. Ab 1911 befand sich hier auch eine Grundschule, die städtische vierklassige Mädchenschule. Die Fassaden des Gebäudes sind im eklektizistischen Stil mit Elementen des Jugendstils gestaltet, einschließlich plastischer Verzierungen wie Rosetten, Masken, Girlanden und Anhängern, was es zu einem einzigartigen Beispiel für eine solche architektonische Lösung in der Stadt macht.
Mit diesem Gebäude ist eine interessante städtische Legende verbunden. Laut dieser baute Kaufmann Alexander Schlykow es zum Gedenken an seine Tochter, die im Fluss ertrunken war. An der Fassade sind Reliefs mit Darstellungen eines jungen Mädchens in einer Perlenmuschel und eines bärtigen alten Mannes zu sehen, die abwechseln. Es wird angenommen, dass das Relief des Mädchens das Porträt der ertrunkenen Tochter Schlykows ist, während der alte Mann Poseidon oder Neptun, der grausame Gott der Gewässer, ist, der die Tochter dem Vater genommen hat. Diese Legende wurde jedoch widerlegt: Schlykow hatte zwei Töchter, die jüngere besuchte die Schule, während die ältere, Olga, einen lokalen Kaufmann heiratete und bei der Geburt starb. Der 21-jährige Sohn des Kaufmanns, Wasilij, ertrank im Fluss Wolga. Im Laufe der Zeit vermischte sich das Volksmund mit diesen Ereignissen zu einer Legende, da einige sich an die verstorbene Tochter erinnerten, während andere an das Kind, das ertrank.
Während der Stalingrader Schlacht wurde das Gebäude stark beschädigt. Im September 1942 fanden hier heftige Kämpfe mit den deutschen Besatzern statt, an denen die 92. separate Schützenbrigade der 62. Armee beteiligt war. In den Jahren 1947 und 1952 wurde das Gebäude nach den Entwürfen der Architekten Georgij Rossichin und Viktor Kubikov restauriert und in ein Kino umgebaut. Im Zuge der Rekonstruktion wurde der Teil des Gebäudes, der zur Arbeiter- und Bauernstraße führt, abgerissen, da er die Erweiterung der Straße für die zukünftige Hauptstraße behinderte. So erhielt das Gebäude sein modernes Aussehen.
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