Vom linken Ufer der Wolga bei dem Dorf Jurino in der Republik Mari El eröffnet sich ein herrlicher Blick auf den Fluss. An diesen Orten erreicht die Wolga eine Breite von fast 4 km, und von einem Ufer aus kann man kaum die alten Wälder auf der gegenüberliegenden Seite erkennen. Doch hier kann man nicht nur die natürlichen Landschaften genießen. In Jurino befindet sich das erstaunliche Schloss des Adligen Sheremetew, das im Stil der späten Neugotik mit Elementen gotischer, östlicher, romanischer und altrussischer Stile erbaut wurde. Für seinen Bau lud Wassili Sheremetew, der Großneffe des berühmten Feldmarschalls aus der Zeit Peters I., talentierte Architekten nach Mari El ein. Die äußere Schönheit des Schlosses kann man auf Fotos bewerten, aber die innere Ausstattung verdient besondere Aufmerksamkeit.
Dieses Schloss erinnert wirklich an den Palast eines Königs. Für die geräumigen Foyers wurden antike Statuen hergebracht, die bei Ausgrabungen in Pompeji entdeckt wurden. In jedem Zimmer hingen Gemälde, die der eigens engagierte Kunstberater Iwan Aivazowski auswählte. Die Zimmer beeindruckten durch ihre Vielfalt. Es gab 100 davon, darunter: die Gemäldegalerie, das Orientalische Kabinett, das Eichenzimmer und der Skobelew-Saal, in dem die Auszeichnungen von Michail Skobelew, dem Helden des Russisch-Türkischen Krieges 1877-78, aufbewahrt wurden, der der Bruder der Frau von Wassili Sheremetew war.
Wassili Sheremetew kümmerte sich nicht nur um sein prächtiges Schloss. Auf dem Gut Jurino schuf er einen herrlichen Park, gestaltete Teiche, setzte Fische hinein, baute Hundehütten für Jagdhunde sowie eine Räucherei, ein Eishaus und einen Weinkeller. Der Wein wurde direkt in Jurino produziert. Nach der Revolution wurden viele Adelsgüter zerstört, aber das Schloss Sheremetew hat auf wundersame Weise überlebt. Zu verschiedenen Zeiten befand sich hier ein Sanatorium, und während des Zweiten Weltkriegs lebten im Palast evakuierte Verwandte von Parteimitgliedern.
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