Im Jahr 1913 fand ein bedeutendes, heute jedoch fast vergessenes Ereignis statt, die Ausstellung des Amurgebiets. Dieses Jahr war besonders für Russland und Chabarowsk, da es das 300-jährige Jubiläum der Romanows und das 55-jährige Bestehen der Stadt feierte. Auf Initiative des Generalgouverneurs Gondatti wurde eine großangelegte Ausstellung organisiert, die die Errungenschaften verschiedener Bereiche des Amurgebiets präsentierte. Offiziell trug sie den Titel "Ausstellung des Amurgebiets zur Feier des 300-jährigen Bestehens des Hauses Romanow" und fand auf dem Gelände des heutigen Parks "Dynamo" statt, das etwa 26 Hektar umfasste.
Die Ausstellung stellte eine kleine Stadt dar, die im neorussischen Stil erbaut wurde, wobei jedes Gebäude seine Einzigartigkeit hatte. Zum Beispiel war der Eingang zum Pavillon der Amur-Eisenbahn als gewölbter Tunnel gestaltet, was den Eindruck eines Durchgangs durch die Tore des Bahnhofs vermittelte.
Besondere Aufmerksamkeit erregten zwei ungewöhnliche Pavillons. Einer von ihnen war ein Kiosk, der sich im Inneren eines riesigen Baumstumpfs mit schrägem Schnitt befand, wo Zigaretten und Erfrischungsgetränke verkauft wurden. Seine Größe erlaubte es mehreren Personen, gleichzeitig darin zu sein. Der andere Pavillon, der einer großen Champagnerflasche ähnelte, gehörte dem Kaufmann Laskow, einem bekannten Weinhändler.
Im Hauptpavillon der Ausstellung befanden sich neun Hauptabteilungen: wissenschaftlich-pädagogisch, ethnografisch, Medizin und Veterinärmedizin, Kunst und Fotografie, Stadtangelegenheiten, Rotes Kreuz, Verkehr und Telegraphie sowie Bergbau.
Seit der Eröffnung am 15. Juli 1913 und während der zwei Monate Laufzeit besuchten etwa 110.550 Menschen die Ausstellung, was für die damalige Zeit eine erhebliche Anzahl war. Die Beliebtheit der Ausstellung wird auch durch die breite Teilnahme bestätigt: Anträge zum Bau von Pavillons in Chabarowsk kamen aus Frankreich, Italien, den USA, Australien und anderen Ländern.
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