Eines der höchsten Bauwerke im Wolgagebiet war der Penzener Wasserturm, der bereits über hundert Jahre alt ist. Er wurde während des Ersten Weltkriegs für die Bedürfnisse der örtlichen Pfeifenfabrik errichtet. In der Zeit des Russischen Kaiserreichs stellte diese Fabrik Zündhütchen für Granaten her, benötigte jedoch dringend Wasser für ihre Produktionsprozesse. Die nächste Wasserquelle befand sich an der Station Penza-I, und selbst die Eisenbahner litten unter Wassermangel. Da die Fabrik eine strategische Bedeutung für das Verteidigungsministerium hatte, wurden die Mittel für den Bau eines separaten Wasserturms schnell bereitgestellt. Die Militärs luden den erfahrenen Architekten Pawel Pasternak aus Moskau ein.
Nach seiner Ankunft in Penza setzte Pasternak sich das Ziel, nicht nur ein robustes und funktionales Objekt zu schaffen, sondern auch ein schönes Bauwerk. Er strebte an, dass der Turm harmonisch in die lokale Architektur integriert wird. Der hohe Glockenturm im neoklassizistischen Stil beeindruckt bis heute mit seinem Anblick. Besonders auffällig ist der futuristische Glasbehälter mit einem Volumen von 180 Kubikmetern. Pasternak plante das Projekt sorgfältig, und später wurde der Turm mit Wohnhäusern verbunden, wodurch ein Teil der Provinz, der zuvor unter Wassermangel litt, mit Wasser versorgt wurde.
Heute ist dieser riesige Turm seit langem nicht mehr in Betrieb, und im Inneren befinden sich laut einigen Berichten seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts verschiedene technische Geräte. Es wäre interessant zu erfahren, wozu dort die Antennen installiert wurden.
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