Manchmal sind echte Lebensgeschichten spannender als jeder Roman, und der Archimandrit Isaak, im Zivil bekannt als Held des Ersten Weltkriegs und Kapitän der Drosdowskaja-Division Ivan Wassiljewitsch Winogradow, ist einer dieser erstaunlichen Menschen. Er wurde am 25. Februar 1895 geboren und verstarb am 12. Januar 1981. Sein Schicksal spiegelt die komplexen Wege des 20. Jahrhunderts wider.
Nach dem Abschluss der Realschule trat Ivan Wassiljewitsch in die geistliche Akademie ein, doch der Erste Weltkrieg brach aus, und nach dem Besuch beschleunigter Offizierskurse fand er sich an der Front wieder. Der Unteroffizier Winogradow kämpfte an der rumänischen Front und als die Armee zu zerfallen begann, trat er freiwillig in die Stoßbrigade des Oberst Drosdowskij ein. Er bewies sich als furchtloser Offizier und talentierter Dichter, der Respekt nicht nur durch seinen Mut, sondern auch durch Gedichte erwarb, die den Kampfgeist stärkten und Hymnen des Freiwilligentums wurden. Ivan Wassiljewitsch nahm am Zweiten Kubanischen Feldzug, dem Vormarsch auf Moskau und der Schlacht in der Nordtavria teil, wurde dreimal verwundet und diente als Adjutant des berühmten Drosdowskij-Regiments.
Nach dem Russischen Exodus fand sich Kapitän Winogradow im Exil mit anderen Kriegern der Russischen Armee, zunächst in Gallipoli und dann in Bulgarien. Im Ausland wandte er sich erneut dem religiösen Leben zu und nahm 1927 die Mönchweihe an. Wie in der Armee gewann Isaak schnell den Respekt des Klerus. 1928 wurde er zum Hieromönch, dann zum Abt und schließlich zum Archimandriten ernannt. Isaak war der Hauptseelsorger des Russischen Allgemeinen Soldatenbundes und entging auf wundersame Weise der Erschießung, nachdem er bei der Einnahme Prags durch die sowjetische Armee in die Hände des SMERSH fiel.
Obwohl Isaak der Erschießung entging, wurde er ins GULAG geschickt, und nach seiner Freilassung setzte er seinen Dienst bereits in der UdSSR fort. In den 50er Jahren wollte man ihn zum Dozenten an der Geistlichen Akademie ernennen, doch das KGB erlaubte es dem ehemaligen Offizier der Weißen Armee nicht, in Moskau zu leben. Die letzten Jahre verbrachte er in Jelz, wo er aktiv selbst überzeugte Kommunisten zu Christus führte. So besiegte der ehemalige Drosdowie seine früheren Feinde, jedoch nicht mit Waffen, sondern mit dem Wort Gottes.
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