Dieses schöne Gebäude an der Kurortnaja-Promenade ist vielen Sotschi-Bewohnern als Villa Vera bekannt und gilt als eines der ersten bedeutenden Herrenhäuser der Stadt. Die Geschichte begann 1872, als Nikolai Nikolajewitsch Mamontow hier ein großes Grundstück erwarb. Bald wurde ein Holzhaus aus Rostow hierher gebracht, und daneben wurde ein prächtiger Garten angelegt. Unter der Leitung ausländischer Agronomen wurden dort Palmen, Oliven, Yucca, Magnolien, Feigen, Eukalyptus und Mandeln gepflanzt. Im Laufe der Zeit wuchs der Garten so sehr, dass die Einheimischen ihn Mamontowski-Park nannten.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging die Datscha von Nikolai Nikolajewitsch an seine Verwandte Vera Kostarewa über. Sie beschloss, das Holzhaus vollständig umzubauen und ein stattliches Anwesen zu schaffen. Die Arbeiten wurden von ihrem Mann Nikolai Anatoljewitsch Kostarew geleitet, der Stadtältester von Sotschi war. Das Ergebnis war nicht nur ein Herrenhaus, sondern ein echtes Schloss. Seine Eleganz zeigt sich in der edlen Strenge, den Proportionen, der Gruppierung der Volumen und besonders in den Details der Fassade sowie im einzigartigen Muster der Fensteröffnungen und -rahmen. Bald wurde das Anwesen von Vera Kostarewa zu einer der Sehenswürdigkeiten der Kurstadt und erhielt den Namen Villa Vera.
Nach der Oktoberrevolution wurde das Schloss nationalisiert. Einige Zeit lang befand sich hier der Rat der Arbeiter-, Bauern- und Soldatendeputierten des Sotschi-Distrikts, also die lokale Verwaltung. Genau in diesem Gebäude unterzeichnete Anton Denikin am 2. Mai 1920 den Akt über die Kapitulation der Freiwilligenarmee, was einen wichtigen Moment in der Geschichte des Bürgerkriegs darstellte. In den sowjetischen Jahren wurde das Haus von Kostarewa in ein Sanatorium umgebaut, und während des Zweiten Weltkriegs war hier ein Evakuierungskrankenhaus untergebracht. Später wurde das Anwesen als Palast der Pioniere und Schüler genutzt. Seit 1992 ist hier das Zentrum für außerschulische Arbeit tätig.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.