Eines der schönsten Gebäude in der alten Moskauer Straße Spiridonovka ist das prächtige Herrenhaus von Zinaida Morozova, das vom Architekten Fjodor Osipowitsch Schtschetel erbaut wurde. Dies war das erste große Projekt des jungen Architekten, der zuvor keine Erfahrung mit solch umfangreichen Aufträgen hatte. Savva Morozov, der Schtschetel bereits von der Arbeit an seinem Landhaus kannte, vertraute ihm diese wichtige Aufgabe an. Offiziell leitete jedoch der Architekt Ivan Sergejewitsch Kuznetsov das Projekt, da Schtschetel bis 1894 nicht das Recht hatte, selbstständig architektonisch tätig zu sein.
Die Idee zum Bau des neuen Herrenhauses stammte von Zinaida Morozova, die, ihr Zuhause in den Nikolai-Manufakturen betrachtend, von einem anderen Wohnort träumte. In weniger als fünf Jahren errichtete Fjodor Osipowitsch Schtschetel einen prächtigen Palast im neugotischen Stil. Bei diesem Projekt half ihm der junge Künstler Michail Alexandrowitsch Wrubel, der damals noch nicht weithin bekannt war.
Das Herrenhaus wurde an der Stelle eines alten Hauses erbaut, das dem geheimen Ratsherrn Illarion Woronzow gehörte. Die Grafenresidenz hatte während der napoleonischen Invasion stark gelitten und befand sich seitdem in einem verwahrlosten Zustand. Savva Morozov kaufte das Grundstück von den verarmten Woronzows und schenkte es seiner Frau, um ihren Traum zu verwirklichen.
Nach der Fertigstellung des Gebäudes verbrachte Zinaida Morozova den Großteil ihrer Zeit im Herrenhaus. Zu ihren Gästen zählten herausragende Persönlichkeiten wie die Großfürstin Elisabeth Fjodorowna, der Minister Graf Witte, der Schriftsteller Tschechow und viele andere bekannte Landsleute.
Savva Morozov sparte nicht an den Vergnügungen seiner Frau, doch nach seinem Tod verkaufte die Witwe das Herrenhaus an den Kaufmann Rjabuschinski und zog um. Mit dem Kommen der Kommunisten wurde das Gebäude von den rechtmäßigen Eigentümern beschlagnahmt. Zunächst wurde es als Waisenhaus genutzt, später wurde das Haus dem Volkskommissariat für Auswärtige Angelegenheiten übergeben, das bis heute das Herrenhaus unter einem neuen Namen besitzt.
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