Nicht weit von Moskau entfernt liegt das adlige Gut Zacharowo, das der Großmutter des großen russischen Dichters Alexander Sergejewitsch Puschkin gehörte. Hier hörte der zukünftige Dichter die Märchen der Nanny Arina Rodionowna, erkundete die Welt und genoss die Natur. Viele dieser Tage sind in Form von stummen Zeugen erhalten geblieben, die man auch heute noch sehen kann.
Das Dorf Zacharowo wird erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt, als es dem alten Adelsgeschlecht der Kamynins gehörte. Später wurde es von den Fürsten Urusovs erworben und ging dann an den Gutsherrn D.P. Sawelov über. Der neue Besitzer gründete hier ein reiches Gut, das 1781 von dem im Ruhestand befindlichen Artilleriekapitän I.Ja. Tinkow gekauft wurde. In dieser Zeit wurde ein zweigeschossiges Herrenhaus erbaut, in dem der junge Puschkin im Sommer verweilte. Nach dem Tod ihres Mannes verkaufte die Witwe Tinkowa das Gut für 28.000 Rubel an Maria Alexejewna Gannibal, die Großmutter des Dichters.
Der kleine Alexander Sergejewitsch kam 1805 zum ersten Mal hierher, als er erst 6 Jahre alt war, und verbrachte seitdem seine Sommer in Zacharowo bis 1810. In dieser Zeit begeisterte er sich für die Poesie, die ihm später Unsterblichkeit brachte. 1811, im Alter von 12 Jahren, trat Puschkin in das Zarskoje Selo Lyzeum ein, und das Gut wurde an entfernte Verwandte von Maria Alexejewna verkauft.
Zacharowo blieb für immer in Puschkins Gedächtnis und in seinen Gedichten. Später lebten hier verschiedene Besitzer, und zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurde das verfallene Haus durch ein neues ersetzt, das das alte genau nachahmte. In den sowjetischen Jahren verfiel das Gut, und 1993 brannte das Herrenhaus nieder. Erst zum 200. Geburtstag des Dichters wurde das Gebäude restauriert und ist jetzt Teil des Staatlichen historischen-literarischen Museums-Reservats. Auf seinem Gelände kann man den Park, den Teich und die Bäume sehen, die Puschkin besang, unter denen er seine ersten Gedichte schrieb. Das Gut wird von Figuren märchenhafter Helden aus den Werken Alexander Sergejewitschs geschmückt.
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