Die Landschaften der unberührten Natur des Bogorodsky-Bezirks in der Region Nischni Nowgorod erwecken bei jedem Reisenden unbeschreibliches Staunen: Umgeben von wunderschönen Wäldern, gewundenen Bächen und Überresten von Gletscherseen, liegt am malerischen Hang die Adelsstadt, das Anwesen der Priklonzki-Rukawischnikow.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erwarb der Direktor der Moskauer Universität, Michail Priklonzki, dieses Land. Auf seine Anweisung wurde hier ein prächtiges Anwesen erbaut, und in der Nähe wurde ein Obstgarten mit Kirschen, Äpfeln und Birnen angelegt. Zu Ehren des Sieges über Napoleon im Vaterländischen Krieg errichtete Priklonzki in dem Anwesen eine für diese Gegend ungewöhnliche rotunde Auferstehungskirche im klassizistischen Stil, umgeben von einer Kolonnade. Die Kirche wurde von einer Kuppel mit einem hohen Turm gekrönt, der leider nicht erhalten geblieben ist. Der benachbarte Glockenturm zeichnete sich ebenfalls durch Originalität aus; er wurde in Form eines Triumphbogens errichtet.
Ein neuer Lebensgeist wurde diesen Orten von dem nächsten Besitzer des Anwesens, Sergej Rukawischnikow, eingehaucht. Die Geschichte des Erwerbs des Anwesens durch Rukawischnikow ist erstaunlich. Als Leibeigener in seinem Dorf erlangte er Ruhm als ausgezeichneter Schmied, begann mit dem Handel seiner Produkte, eröffnete einen Laden, später ein Geschäft und organisierte schließlich ein Gießereiwerk. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits seine Freiheit erkauft und war Kaufmann geworden. Eines Tages beschloss er, das Anwesen im Dorf Podwyazje zu erwerben, doch die alte Priklonzkaja ließ ihn nicht über die Schwelle, indem sie vom Balkon rief: "Niemals wird das Adelsnest der Priklonzki einem ehemaligen Leibeigenen gehören!" Nach ihrem Tod verkaufte jedoch der Enkel der Adligen das Anwesen schließlich für eine beträchtliche Summe an Rukawischnikow.
Der Kaufmann widmete diesem Anwesen fast 40 Jahre seines Lebens. Unter ihm wurde das Herrenhaus mit einem Belvedere geschmückt, von dem aus man die Umgebung im Pavillon auf dem Dach überblicken konnte. Alle 40 Zimmer des Hauses, der runde Saal, das Wohnzimmer, die Büros, die Esszimmer, die Kinderzimmer und die Bibliothek waren mit Möbeln aus edlen Hölzern ausgestattet. Es entstand ein Gewächshaus, eine Lindenallee mit Pavillons, der Abstieg zur Oka wurde mit finnischem Pflasterstein gepflastert. Massive Tore wurden gebaut, das Gelände wurde mit gebranntem roten Ziegel umgeben, und ein Pferdegestüt wurde errichtet. So entstand hier eine kleine Adelsstadt.
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