Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war an der Stelle des heutigen Dorfes Novoalexandrowskoje eine Ödnis, die der Leutnant Alexander Michailowitsch Naryschkin erwarb. In den 1830er und 1840er Jahren baute er ein Herrenhaus, Wirtschaftsgebäude, legte einen Park an und staut den Fluss Bolwa. Er nannte diesen Ort nach sich selbst, Novoalexandrowskoje.
Das Familienglück der Naryschkins währte nicht lange. Nach dem unerwarteten Tod Alexanders im Jahr 1846 ging das von ihm eingerichtete Anwesen in den Besitz seiner Frau Anastasia Jakowlewna, geborene Kasarinowa, und ihrer minderjährigen Kinder über.
Nachdem sie ihren Mann mit Ehren in der Familiengruft des Spaso-Borodinski-Klosters, das von Naryschkins Schwester Margarita Michailowna gegründet wurde, beerdigt hatte, beschloss die junge Witwe, in Novoalexandrowskoje eine steinerne Kirche zum Gedenken an ihren Ehemann zu errichten. Diese Idee, eine Pfarrkirche zu schaffen, war auch ihrem verstorbenen Mann nicht fremd.
Anastasia Jakowlewna erfüllte ihren Traum im Jahr 1861, als in der neuen Kirche die Gottesdienste begannen. Der Klang der Glocken hallte über das Gut und die umliegenden Dörfer. Dank der Bemühungen der gütigen Hausherrin wurde in Novoalexandrowskoje eine der ersten Schulen der Provinz eröffnet, in der die Kinder der Bauern unter ihrer Obhut Lesen und Schreiben lernten.
Nach der Revolution wurde die orthodoxe Kirche geschlossen. Nur wenige wissen, dass sich dort eine reiche Familiengruft der Naryschkins befand, in der 1872 die Hausherrin selbst beigesetzt wurde. Später fand dort ihr Sohn, Leutnant Nikolai Alexandrowitsch Naryschkin, der im Alter von 37 Jahren starb und das Amt des Landeshauptmanns des Mosalsker Kreises innehatte, seine letzte Ruhe. An der Grabstätte blieb lange Zeit die Inschrift erhalten: „Herr, höre mein Gebet, und mein Schreien komme zu Dir.“
Heute ist die alte Gruft vollständig zerstört, und von ihrem einstigen Glanz kann man nur noch ahnen. Von dem Gut sind nur Ruinen des Wirtschaftsflügels, des Pferdestalls und der Alexander-Newski-Kirche übrig geblieben.
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