In der Mitte des 18. Jahrhunderts gehörte das Anwesen in der heutigen Smolensker Boulevard 30 N. M. Zhelyabuzhskij, unter dem das Hauptgebäude erbaut wurde. Dieses Haus ist auf dem Plan von Moskau aus dem Jahr 1775 zu sehen. Am Ende des Jahrhunderts wechselte das Anwesen den Besitzer, und 1794 erwarb es N. I. Nesvitskaja. Sie baute das alte Gebäude um und änderte die Fassadendekoration vom Barockstil in den klassizistischen Stil. In der Mitte der Hauptfassade entstand ein Portikus aus vier Paar korinthischen Säulen mit einem prächtigen Giebel. Das Projekt wird Matwei Fedorowitsch Kazakov zugeschrieben, da die Zeichnungen des „Hauses Nesvitskaja“ in seinen bekannten Alben zu finden sind.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Anwesen von Nesvitskaja zu einem typischen städtischen Anwesen. Das Hauptgebäude, das mit der Fassade zur Smolensker-Senn-Platz ausgerichtet war, befand sich in erheblichem Abstand von der Straße, zu der zwei hölzerne Wirtschaftsgebäude führten, die die Umzäunung abschlossen.
Das Gebäude wurde im Brand von 1812 beschädigt, aber wiederhergestellt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfuhr das Anwesen erhebliche Veränderungen. 1864 wurde hier mit Mitteln des Kaufmanns Nikolai Vasilievich Rukavishnikov das erste Waisenhaus für minderjährige Straftäter in Moskau eröffnet. Neun Jahre später erhielt das Waisenhaus per Erlass von Kaiser Alexander II. den Namen seines Gründers.
Im Jahr 1879 wurde das Anwesen erheblich nach dem Entwurf des Architekten Alexander Lawrentjewitsch Ober umgebaut. An das Waisenhaus wurde von der Gartenseite eine Kapelle im russisch-byzantinischen Stil angebaut, die im Namen des heiligen Nikolaus geweiht wurde. Später änderte sich die gesamte Komposition des architektonischen Ensembles: Von der Seite des Smolensker Boulevards entstand anstelle des Ehrenhofs ein neuer Gebäudeteil, der einen Teil des Hauptgebäudes verdeckte.
1920 wurde das Waisenhaus geschlossen, und das Gebäude wurde in kommunale Wohnungen umgebaut, wobei zusätzliche Fenster in die Hauptfassade geschlagen wurden, was ihr Erscheinungsbild verzerrte. In den Nachkriegsjahren wurde das Gebäude restauriert.
Heute befinden sich in dem Gebäude verschiedene kommerzielle Organisationen.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.