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Anwesen von I. W. Liwenzew in Tula

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Das Haus wurde vom tulaer Industriellen Ivan Vasilievich Liwenzew erbaut, der Uraler Metallwerke besaß und Stadtoberhaupt von Tula war. Unter seiner Leitung verwandelte sich Tula von einem kleinen Dorf in eine moderne Stadt für die damalige Zeit. Liwenzew folgte dem Erlass von Katharina der Großen, die in diesen Jahren aktiv mit dem systematischen Bau von russischen Städten beschäftigt war. Die Kaiserin forderte den Bau neuer steinerner Gebäude und die Schaffung eines Netzes gerader Straßen, die auf das Stadtzentrum ausgerichtet waren, dessen Mittelpunkt in Tula der Kreml war, sowie die Verlagerung von Friedhöfen außerhalb der Stadt. Der gesamte neue Bau erfolgte gemäß dem Masterplan. Der Erlass wurde 1779 erlassen, und unter Liwenzews Leitung wurden seine Bestimmungen schnell in die Tat umgesetzt, was es Tula ermöglichte, eine der innovativen Städte zu werden. Das Anwesen von Liwenzew, dem Besitzer von Eisenwerken, wurde Ende des 18. Jahrhunderts erbaut, wie Alexandra Izgarsheva berichtete. Es handelt sich um ein vollendetes architektonisches Ensemble im klassizistischen Stil, bestehend aus einem dreigeschossigen Hauptgebäude und zwei seitlichen zweigeschossigen Flügeln, die durch eine steinerne Umfriedung verbunden sind. Das Anwesen war für öffentliche Zwecke, feierliche Empfänge, Feste und Bälle vorgesehen. Die Planung des zweiten Stocks war sorgfältig durchdacht, mit einem großen Saal und angrenzenden Recreationsräumen.

Unter den seltenen kleinen architektonischen Formen des frühen Klassizismus, wie Dr. der technischen Wissenschaften V. Uklein in seinem Buch "Tula, steinerne Chronik" anmerkt, stechen die Eingangstore zum Anwesen von Liwenzew hervor, die durch ihre Raffinesse und Schönheit beeindrucken. Der verdiente Architekt der RSFSR I. Gryzlov fügt hinzu, dass von dem gesamten Bauwerk eine besondere städtische Eleganz ausgeht, die das Können des Architekten bezeugt.

Die Hauptfassade wurde von flachen und breiten Lisenen geschmückt, die in den beiden oberen Etagen vereint waren. Im Dachfenster befanden sich früher große runde Uhren, die das Postamt symbolisierten. Das Anwesen war durch eine Umfriedung mit Eingangstoren im Stil des frühen russischen Klassizismus von der Straße getrennt. Bis in die heutige Zeit sind die schönen Pilaster in Form dorischer Säulen erhalten geblieben. Die Innenausstattung des Hauses ist nicht erhalten geblieben, aber die Bewohner erinnern sich an die gefundenen Kachelöfen und das Mosaik, das den Boden schmückte. Nur die gusseiserne Treppe ist erhalten geblieben. Aus dem Keller konnte man durch einen unterirdischen Gang zum Fluss gelangen. Der Architekt des Herrenhauses ist unbekannt, es wird jedoch vermutet, dass es sich um einen der großen städtischen Meister handelte. 1804 wurde das Gebäude an das Postamt verkauft und blieb über ein Jahrhundert lang in dessen Besitz, bis in die 1920er Jahre, danach wurde es als Wohnraum genutzt. Zunächst gab es dort Gemeinschaftswohnungen, und Ende der 1980er Jahre ging das Gebäude an die Jugendwohnungsgenossenschaft.

In der Sowjetzeit wurde aktiv über die Erhaltung des Anwesens von Liwenzew als architektonisches Denkmal diskutiert. 1985 wandten sich die tulaer Kreativverbände mit dem Vorschlag an die Behörden, das Haus für die Bedürfnisse der kreativen Intelligenz zur Verfügung zu stellen, aber dies wurde nicht unterstützt. Vier Jahre später schlug der Verband der Theaterkünstler der RSFSR vor, das Gebäude in die Bilanz zu übernehmen und Restaurierungsarbeiten durchzuführen, um ein Schauspielhaus zu schaffen. Auch andere Gebäude des Anwesens sollten an kreative Verbände übergeben werden. Das Anwesen hätte ein Zentrum der kreativen Intelligenz werden können, aber letztendlich wurde das Haus in der Dzerzhinsky-Straße 15 dem Trust "Tulgorgradgipropjekt" als Wohnheim übergeben. Derzeit ist sein Zustand bedenklich: Die Wände sind abgeblättert, die Tore sind zerstört, und das Gelände ist ungepflegt. Möglicherweise wäre das Schicksal des Anwesens anders verlaufen, wenn es in der Obhut der tulaer Intelligenz gewesen wäre.

Geo-Punkt

Усадьба И. В. Ливенцева в Туле

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