Im Dorf Safonovka im Korenevsky-Distrikt der Region Kursk, am malerischen Ufer eines Teiches, erhebt sich ein Palast, der Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde und an mittelalterliche deutsche Burgen erinnert. Die Einheimischen nennen ihn „Palast für die Geliebte“ und erzählen die tragische Liebesgeschichte eines lokalen Grundbesitzers, dessen Herz von einer deutschen Fräulein gebrochen wurde.
Iosif Viktorov, ein Grundbesitzer aus der Provinz Kursk, blieb lange Zeit ein überzeugter Junggeselle und lebte bis zu seinem 70. Lebensjahr allein. Doch als er nach Deutschland reiste, verliebte er sich in eine junge Deutsche. Die Dame, die noch nicht einmal 30 Jahre alt war, wollte nicht einen älteren Mann heiraten und in die russische Provinz ziehen. Sie sagte, sie würde nur heiraten, wenn er für sie einen echten Palast bauen würde.
Nach seiner Rückkehr begann Graf Viktorov, Abgeordneter der Kursker Adelsversammlung, sofort mit dem Bau. Er stellte die besten Steinmetze ein, und nach drei Jahren entstand in seinem Anwesen ein Palast, der an Deutschland erinnerte. Nur die Veranda war im traditionellen russischen Stil gestaltet.
Jeder Ziegel des Gebäudes ist mit den Initialen „IV“ verziert, und rund um das Haus wurde ein Park mit vielen Blumen angelegt. Vor dem Eingang wurde ein Teich ausgehoben und ein Brunnen errichtet, der bis heute funktioniert. Der Brunnen wurde kürzlich während der Reinigung des Geländes entdeckt.
Der Legende nach beschloss der Graf, dass er im Palast nur mit seiner Geliebten leben würde, und ließ sich in einer Holzhütte in der Nähe nieder. Jeden Tag ging er in das höchste Zimmer des Palastes, in der Erwartung ihres Kommens. Doch die Deutsche kam nie, und das Schloss wurde zum Symbol unerwiderter Liebe und Einsamkeit.
Nach der Revolution verließ Graf Viktorov das Land, starb jedoch auf dem Weg nach Charkow. Im Anwesen wurde eine Dorfschule untergebracht, und im zweiten Stock entstand ein Museum. Das Schloss hat bis heute überdauert und beherbergt jetzt eine gewöhnliche Dorfschule. Jeder Interessierte kann den Palast besuchen, seine Wände berühren, das Museum besichtigen und sich an diese erstaunliche Geschichte erinnern.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.