Die mittlere Region Russlands wird manchmal als das Land der verlassenen Villen bezeichnet, doch auch in der Krim gibt es ihre "Ruinen". Besonders hervor sticht die neugotische Villa der Gräfin Anna Fjodorowna Monzhené. Das Haus erinnerte an eine mittelalterliche Burg dank der Türmchen mit Zinnen, der verschnörkelten Ornamente, der Stuckarbeiten und des ungewöhnlichen Wappens der Familie Monzhené, einem geflügelten Pferd mit menschlichem Gesicht.
Doch der Bau dieses Meisterwerks war von einer Tragödie überschattet. Ende des 19. Jahrhunderts, bei der Rodung des Gebiets für den zukünftigen Park, kam der Ehemann der Gräfin, Adolf Karlowitsch, bei einer Explosion ums Leben. Zu seinem Gedenken baute sie eine Kapelle, neben der sie ihren Mann begrub. Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts hat sich das Anwesen stark verändert, die Kapelle wurde zerstört, und ihre Spuren sind nicht mehr zu finden.
Dennoch wurde der Park schließlich angelegt, und in der Nähe wurde ein Teich ausgehoben, in dem, Gerüchten zufolge, Fische lebten. Doch die Gräfin Monzhené blieb nicht bis zu ihrem Lebensende hier. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg verkaufte sie das Haus an Konteradmiral Petrow-Tschernyschow, der es in einen "Berg- und Waldkurort für Genesende" verwandelte.
Traurige Zeiten für die Villa begannen nach dem Abzug der Weißen Armee aus der Krim: Das Anwesen wurde schnell nationalisiert, und die Besitzer wurden vertrieben. Noch schlimmer wurde es während des Zweiten Weltkriegs, als das "Herrenhaus" stark beschädigt wurde. Die Restaurierung begann erst 1947, danach wurde in der Villa ein Waisenhaus untergebracht, und später wurde das Gebäude in eine Kommunalwohnung umgewandelt.
In den 90er Jahren, als die Menschen diesen Ort endgültig verließen, begann das Haus ohne angemessene Pflege zu verfallen. Der Verfall wurde dadurch verschärft, dass einige Bürger die Villa für Baumaterialien abbrachen. Später versuchten Unternehmer, hier ein Restaurant und ein Hotel zu eröffnen, doch die Pläne wurden nicht verwirklicht. So steht bis heute die zerstörte Villa der Gräfin Anna Monzhené.
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