Das Haus von Emma Fedorowna Filitz, gelegen im historischen Zentrum von Jekaterinburg, ist ein schönes Herrenhaus und ein Denkmal der Architektur, das ein Beispiel für die Holzarchitektur des 19. Jahrhunderts darstellt. Von dem gesamten Anwesen ist nur dieses Haus erhalten geblieben. An seinen Fassaden sind verschiedene Arten von Holzschnitzereien zu sehen, wie z.B. durchbrochene und geschlossene, sowie zahlreiche dekorative Elemente. Das Haus hat zwei Fassaden, aber die westliche gilt als die Hauptfassade, wo sich der Haupteingang mit einer steinernen Treppe und Stufen befindet. Im Inneren des Gebäudes sind die reliefartigen Gesimse und die Deckenmalerei mit floralen Ornamenten und Vignetten erhalten geblieben. Dieses Denkmal der Holzarchitektur befindet sich im alten Stadtteil, an der Kreuzung der Straßen Mamina-Sibiryaka und Engelsa, und wurde 1896 nach den Plänen des Stadtarchitekten J.O. Dyutelya erbaut.
Das Anwesen gehörte einer deutschen Familie, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Preußen nach Russland emigrierte. Ernst Filitz gründete eine Brauerei, während seine Frau Emma Pferde züchtete. Sie hatten keine eigenen Kinder, aber Emma widmete viel Zeit den Kindern ihrer Arbeiter und engagierte sich aktiv in der Wohltätigkeit. Auf dem Gelände des Anwesens befanden sich eine Brauerei, ein Laden und ein großer Garten.
Laut dem Beschluss des Exekutivkomitees der Oblast Swerdlowsk vom 18. Februar 1991 wurde das Gebäude als Denkmal der Stadtplanung und Architektur von regionaler Bedeutung unter staatlichen Schutz gestellt. Heute befindet sich der größte Teil des ehemaligen Anwesens im Jekaterinburger Zoo, während in dem Gebäude Büros untergebracht sind. Das zweigeschossige Haus zeichnet sich durch seine Asymmetrie und Kontrast aus, mit einem unregelmäßigen Dach und einem auffälligen Eckakzent, der eine dynamische Silhouette schafft.
Der öffentliche Garten beim Werk zeichnete sich nicht durch Besonderheiten aus: bescheidene Vegetation, ein Teich mit Booten, ein Theater aus grob gezimmerten Brettern und ein Pavillon mit einem Buffet. Der Fluss Malachowka, der den Garten durchquerte, überflutete im Frühling und machte ihn für Fußgänger unpassierbar. Obwohl der Garten nicht sehr beliebt war, zog er während der Auftritte von reisenden Künstlern oder Konzerten lokaler Musiker viele Menschen an.
Nach der Verstaatlichung der Fabrik durch die sowjetische Macht verstarb die ehemalige Besitzerin still. Der Garten blieb ein Ort aktiven Lebens: tagsüber versammelten sich dort Pioniere, und nachts spielte ein Blasorchester, während die Erwachsenen sich erholten. Die Bewohner der umliegenden Häuser kamen oft dorthin, und die Bürgersteige waren mit Schalen von Sonnenblumenkernen bedeckt, da sie selten gefegt wurden. In den Jahren 1924-1926 traten im Garten ein Wanderzoo und eine Zirkustruppe auf, und auf der Bühne zeigten Boxer, Akrobaten und Tiertrainer ihre Nummern.
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