Die Welt des russischen Landsitzes ist für den modernen Menschen erstaunlich anziehend und geheimnisvoll. Man muss nur die Schwelle des alten, verlassenen Parks überschreiten, sich in seine Alleen vertiefen und auf die Silhouette des Palastes blicken, die sich in der spiegelglatten Oberfläche des Teiches spiegelt, und die Seele wird von einer traurigen Sehnsucht ergriffen. Vor uns erscheint nur der Schatten eines vergangenen Lebens, das vor zwei Jahrhunderten voller Energie und Ereignisse war.
Das Dorf Dёgtеvo und das Gut wurden zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Fürst Alexei Shaidok und seinem Sohn Ivan gegründet. Dank der dichten Wälder in der Umgebung errichteten sie hier kleine Fabriken zur Herstellung von Teer und Kohle, was dem Dorf seinen Namen gab. Im Dorf sind die Überreste des Fundaments der Teerfabrik erhalten, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts geschlossen wurde.
Im zweiten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts wurde auf dem Gut eine hölzerne Kirche errichtet, die 1751 in eine Pfarrschule umgebaut wurde. 1754 wurde anstelle der hölzernen Kirche ein steinernes Gotteshaus errichtet, das bis 1801 stand. 1802 wurde eine neue steinerne Kirche mit einem Altar zu Ehren des Heiligen Johannes Chrysostomus und des Heiligen Nikolaus von Myra erbaut, und 1819 eine Sommerkirche mit dem Altar der Ikone der Gottesmutter von Korsun. An dem Bau der Kirche waren die Grundbesitzer Filimonov und Malyschkin sowie zukünftige Gemeindemitglieder beteiligt.
Bemerkenswert ist, dass auf dem Gut zwei Schulen eröffnet wurden, eine Pfarr- und eine Landesschule, die mit Mitteln der Gemeindemitglieder finanziert wurden. Es gab 307 Männer und 337 Frauen, und die Kirche besaß mehr als 33 Desjatinen Land. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörten 15 Dörfer zur Gemeinde.
In Dёgtеvo ist das alte Herrenhaus erhalten geblieben. Das Gebäude ist noch recht stabil, in ihm sind wunderschöne Kachelöfen, die mit Ölfarbe überzogen sind, Stuckverzierungen und Deckenmalereien erhalten geblieben. Der Park des Gutes beeindruckt ebenfalls: Im Frühling und Sommer ist er besonders schön, aber auch im Winter fasziniert er mit seiner wilden Schönheit. Riesige Linden, Birken und Tannen mit mächtigen Stämmen und einem verworrenen Astwerk schaffen eine unverwechselbare Atmosphäre.
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