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Demitow-Anwesen, Ende des 18. Jh., Mitte des 19. Jh.

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In den 1770er Jahren erwarb Amos Prokofjewitsch Demidow, der Sohn des Besitzers der Ural-Metallurgie-Prokofij Akinfijewitsch Demidow, ein städtisches Anwesen in der Tolmatschewski-Gasse. Auf seine Anweisung wurde ein Wohnhaus errichtet, das die Perspektive der Lawruschinski-Gasse abschloss. Vor dem Herrenhaus wurde ein großer repräsentativer Hof angelegt. Die Dekoration des Hauses war streng und lakonisch, beschränkte sich auf den Rustika des Sockelgeschosses, prächtige Fensterumrahmungen und ein kleines zentrales Attikadach.

Im Jahr 1805, als das Anwesen im Besitz der Adelsfamilie Sagrjaschki war, erschien eine neue repräsentative Fassade mit einem vier-säuligen Portikus. An den Seiten des Herrenhauses wurden einstöckige Flügel errichtet, die den repräsentativen Hof begrenzten. Im Jahr 1812 wurde das Hauptgebäude des Anwesens stark durch ein Feuer beschädigt. Zwei Jahre nach der Vertreibung Napoleons aus Moskau wurde es umgebaut und erhielt die bis heute erhaltene repräsentative Fassade. Die anderen Fassaden blieben unverändert, und das Sockelgeschoss behielt die klassizistische Bearbeitung des Rustikas.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts, als das Anwesen an die Kaufleute Kozlin überging, wurden die Flügel aufgestockt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die Gräfin Maria Fjodorowna Sollogub die Hausherrin wurde, begann hier ein literarischer Salon zu entstehen. Das Haus wurde von bekannten Persönlichkeiten wie I.S. Aksakow, J.F. Samarin, I.S. Turgenew, A.S. Chomjakow und anderen besucht.

Im Jahr 1882 erwarb der Moskauer Bildungsbezirk das Anwesen zur Unterbringung der 6. Männlichen Gymnasiums, das hier bis zur Revolution von 1917 funktionierte. Für die Bedürfnisse des Gymnasiums wurde das Gebäude umgestaltet. Unter den Schülern des 6. Gymnasiums war Wanja Schmelew, der zukünftige bekannte russische Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

Im Jahr 1942 wurde das ehemalige Haus der Demidows an die Staatliche Bibliothek für Volksbildung benannt nach K.D. Ushinski übergeben. Die pädagogische Bibliothek belegt das Anwesen bis heute. In der Sowjetzeit finanzierte die Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der RSFSR die Restaurierung des Anwesens.

Heute befindet sich das Haus in gutem Zustand. Um die Dekorationen der repräsentativen Fassade zu betrachten, muss man in den Hof eintreten. Die Arkatur des unteren rustizierten Geschosses stützt den nach vorne gezogenen sechs-säuligen Portikus der korinthischen Ordnung. Der zentrale Teil der Fassade ist mit fünf runden, reliefartigen Medaillons mit allegorischem Inhalt geschmückt. Die äußeren Fenster des zweiten Stocks sind mit paarweise angeordneten korinthischen Pilastern, bogenförmigen Nischen und kleinen Frontons mit skulpturalen Einlagen dekoriert. Doch die Hauptdekoration des Anwesens ist das hervorragende gusseiserne Geländer, ein Meisterwerk der Gießkunst des 18. Jahrhunderts. Dieses einzigartige Geländer, das immer Bewunderung bei den Moskauern hervorrief, wurde von Meister A.T. Sissow an einem der Ural-Werke der Demidows in den 1760er Jahren nach den Zeichnungen des Architekten F.S. Argunow gegossen.

Geo-Punkt

Усадьба Демидова, конец XVIII в., середина XIX в.

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