Im abgelegenen Dorf Trifonytsch in der Region Kostroma erhebt sich über dem Dorf eine prächtige Kaufmannsvilla im Jugendstil. Wären da nicht die umgebenden Birken und die malerischen Ufer der Wolga, könnte man meinen, man befinde sich irgendwo in Italien oder Österreich. Doch diese Villa wurde von russischen Kaufleuten erbaut.
Der Eigentümer des Anwesens war der Textilunternehmer Alexander Witow. Das Herrenhaus war nur ein Teil eines riesigen architektonischen Ensembles, das mehr als 20 Gebäude umfasste: das Herrenhaus, das Haus des Verwalters, Gästehäuser, ein Haus für die Tochter, ein Jagdhaus, einen Kühlraum, ein Gewächshaus sowie Wirtschaftsgebäude, eine Schmiede, einen Kuhstall, einen Schweinestall, einen Pferdestall, eine Scheune und sogar ein kleines Kraftwerk.
Der Eingang des Gebäudes wurde von einem großen Glasdach geschmückt, das auf massiven Metallgittern und Halterungen ruhte. Zu der repräsentativen Treppe fuhren die Kutschen der Herren und Gäste der Villa. Der Haupteingang war am westlichen Rand des Komplexes angelegt. Hier, in den oberen Bereichen des Grabens, der als natürliche Grenze des Anwesens diente, wurden prächtige Ziegelportale mit zwei Toren errichtet, die an Rittertore erinnerten. Zur Erleichterung der Fortbewegung, sowohl für sich selbst als auch für die Bauern, ließ Alexander Witow auch eine beeindruckende Steinbrücke über den Graben bauen.
Im Inneren beeindruckte das Herrenhaus die Gäste mit seinem Luxus. Obwohl es bei der Einrichtung des Anwesens nicht ohne Kuriositäten abging. Der Memoirenschreiber Tschumakow erzählte, dass Witow, der keinen künstlerischen Geschmack hatte und in der Möblierung unerfahren war, einer Möbelfirma den Auftrag gab, das Haus einzurichten und die Zimmer mit teuren Dingen und Nippes zu dekorieren. In jedem Raum hing ein Plan zur Anordnung der Möbel, und wenn jemand einen Stuhl oder Sessel verrückte, brachte der Besitzer, nachdem er den Plan konsultiert hatte, ihn wieder an seinen Platz.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.