Die Geschichte ist voller erstaunlicher Wendungen. Einst waren die Eltern der unversöhnlichen Gegner Alexander Kerenski und Wladimir Lenin enge Freunde. Darüber hinaus unterrichtete der Vater des zukünftigen Leiters der Provisorischen Regierung den zukünftigen Führer der UdSSR. Lassen Sie uns der Reihe nach vorgehen. Im Jahr 1879 kam Fjodor Michailowitsch Kerenski, Absolvent der historischen und philologischen Fakultät der Universität Kasan, nach Simbirsk, wo die Familie Uljanow lebte.
Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits umfangreiche Lehrerfahrung gesammelt und ging mit Begeisterung an die Arbeit an seinem neuen Ort. Nach den Erinnerungen seiner Zeitgenossen hatte das Simbirsker Gymnasium einen schlechten Ruf, doch dank der Bemühungen von Fjodor Michailowitsch wurde es bald das beste in der Provinz. Der Charakter von Kerenski war kompliziert. Der Lehrer Iwan Jakowlew schrieb in seinen Memoiren: "Fähig, gebildet, ein guter Erzähler, besaß das Geschenk der Rede. Gleichzeitig neidisch, konnte keinen Wettbewerb ertragen und strebte danach, Konkurrenten zu schaden. Sein Auftreten flößte selbst den verzweifeltsten Rowdys Angst ein."
Der bekannteste Schüler von Fjodor Michailowitsch wurde Wladimir Uljanow, der Sohn des Direktors der Simbirsker Volksschulen. Die Familien Kerenski und Uljanow waren befreundet. Kerenski stammte aus Penza, wo Lenins Vater lange Zeit am Gymnasium arbeitete. Sie hatten viele gemeinsame Themen und Bekannte. Nach dem Tod von Lenins Vater unterstützte Fjodor Michailowitsch die Kinder seines Freundes. Doch gerade er setzte die einzige Vier in Logik in das Zeugnis des Goldmedaillenträgers von 1887, Uljanow.
Dennoch gab der Direktor des Gymnasiums nach der Festnahme und Hinrichtung von Alexander Uljanow seinem Bruder eine hervorragende Empfehlung für die Aufnahme an die Universität. Fjodor Michailowitsch erlebte den Triumph seines besten Schülers nicht, da er 1910 starb. Doch seinen Schützlingen Alexander Kerenski und Wladimir Uljanow war es bestimmt, erbitterte Feinde zu werden. Unter Lenins Führung wurde die Provisorische Regierung, die von Kerenski geleitet wurde, gestürzt. Aber das ist schon eine ganz andere Geschichte.
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