Fjodor Iwanowitsch Tjutschew (1803, 1873), bekannter russischer Dichter, Diplomat und Publizist, Autor von über 400 Gedichten. Eines der Hauptthemen seines Schaffens ist die Natur, und unter seinen bekanntesten Werken sind "Frühlingswasser" und "Frühlingsgewitter" hervorzuheben. Darüber hinaus schrieb Tjutschew Liebeslyrik und behandelte politische Themen.
Er wurde am 23. November (5. Dezember) 1803 in der Herrschaft Owstug in der Oblast Orjol geboren. Ein wichtiger Fakt seiner Biografie ist der Erhalt der Grundbildung zu Hause, wo er die Poesie des antiken Roms und Latein studierte, bevor er sein Studium an der Abteilung für Literatur an der Moskauer Universität fortsetzte.
Nach dem Abschluss der Universität im Jahr 1821 begann Tjutschew in der Kollegium für Auswärtige Angelegenheiten zu arbeiten und ging bald als Diplomat nach München. Im Ausland verbrachte er 22 Jahre, wo er seine große Liebe, Eleonora Peterson, traf, mit der er drei Töchter bekam.
Die erste Phase seines Schaffens fällt auf die 1810er und 1820er Jahre, als er jugendliche Gedichte schrieb, die an die Poesie des vergangenen Jahrhunderts erinnern. Die zweite Phase (20er, 40er Jahre) ist geprägt vom Einfluss des europäischen Romantizismus und der russischen Lyrik, was seine Poesie origineller machte.
Im Jahr 1844 kehrte Tjutschew nach Russland zurück und nahm 1848 die Position des leitenden Zensors im Außenministerium ein. Er war aktiv in dem Kreis von Belinski, wo auch Iwan Turgenew, Nikolai Nekrasow, Iwan Goncharow und andere waren.
Die dritte Phase seines Schaffens umfasst die 50er und den Beginn der 70er Jahre, als seine Gedichte nicht veröffentlicht wurden und er hauptsächlich über politische Themen schrieb. Ende der 1860er Jahre erlebte Tjutschew in seinem persönlichen und kreativen Leben eine Phase des Misserfolgs. Der 1868 veröffentlichte Lyrikband fand nicht breite Popularität.
Die Gesundheit des Dichters verschlechterte sich, und am 15. Juli 1873 starb er in Zarskoje Selo. Tjutschew wurde in Sankt Petersburg auf dem Nowodewitschi-Friedhof beigesetzt.
Die Poesie Tjutschews umfasst über 400 Gedichte, wobei das Thema Natur einen wichtigen Platz einnimmt. In Werken wie "Herbst", "Frühlingswasser", "Zauberin des Winters" und anderen beschreibt er Landschaften und die lebendige Natur. Im Gedicht "Brunnen" wird die Beweglichkeit und Kraft der Ströme vor dem Himmel vermittelt.
Die Liebeslyrik ist ein weiteres bedeutendes Thema in seinem Schaffen. In Tjutschews Gedichten zeigen sich das Übermaß an Gefühlen, Zärtlichkeit und Spannung. Liebe, als Tragödie und schmerzhafte Erfahrungen, wird in den Gedichten aus dem "Denisjewski"-Zyklus reflektiert, der E. Denisjewa, der Geliebten des Dichters, gewidmet ist.
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