In der Region Jaroslawl liegt die kleine alte Stadt Tutajew, die bis 1918 den Namen Romanow-Borisoglebsk trug und für viele Sehenswürdigkeiten bekannt war. In den letzten hundert Jahren hat sich die Stadt erheblich verändert: Viele ihrer alten Kirchen und Häuser wurden zerstört, aber einige sind erhalten geblieben. Eines dieser architektonischen Denkmäler ist die Kreuzerhöhungskathedrale, die während der Herrschaft von Zar Alexei Michailowitsch Romanow gegründet wurde. Die Kathedrale wurde 1658 anstelle einer alten Holzkirche erbaut. Ein Teil der Mittel für ihren Bau wurde von den Einheimischen gesammelt, den Rest spendete der Zar selbst. So wurde die Kathedrale zu einem der vielen Tempel, die mit Unterstützung von Alexei Michailowitsch erbaut wurden.
Die Kathedrale befindet sich im historischen Zentrum der Stadt, an der Stelle der Verteidigungswälle des Fürsten Roman Wassiljewitsch, der Borisoglebsk gründete, das später mit der Stadt Romanow fusionierte. Die Kathedrale ist im für Zentralrussland typischen Stil gestaltet: Ihr Hauptteil ist vier Säulen, mit fünf Kuppeln und zwei dekorativen Zelttürmen. Daneben wurde ein kleiner Zeltturm für die Glocken angebaut, der ebenfalls bis heute erhalten geblieben ist. Die Innenwände des Tempels sind von Kostroma-Meistern bemalt, die zahlreiche biblische Szenen dargestellt haben. Besonders wertvoll ist die erhaltene Malerei, unter der die Szene der Geißelung Christi hervorsticht, in der die Henker nicht in römischer, sondern in russischer Kleidung gekleidet sind, als würden sie die Ereignisse des 20. Jahrhunderts vorausahnen.
Nach dem Kommen der sowjetischen Macht wurde die Kathedrale geschlossen und erlebte viele Jahre der Verwahrlosung und Zerstörung aufgrund unsachgemäßer Behandlung. Erst in den 90er Jahren wurde sie den Gläubigen zurückgegeben und ist jetzt wieder aktiv. Glücklicherweise gelang es, ihr historisches Erscheinungsbild zu bewahren, sodass man beim Besuch der Kathedrale sich die Kirchen jener Epoche vorstellen kann.
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