Im Roman von Dostojewski "Der Idiot" wird ein Kaufmann namens Jemarin und das schreckliche Verbrechen an seiner Familie erwähnt. Das ist kein Einfall: Fjodor Michailowitsch hat dieses Kapitel aus dem wirklichen Leben entnommen. Was ist also tatsächlich passiert?
Am 1. März 1868 kam der tambower Kaufmann Ivan Sergejewitsch Jemarin spät abends nach Hause. Trotz des Klopfens an der Tür öffnete niemand. Daraufhin ging er durch den Hintereingang und entdeckte in einem benachbarten Raum sechs Leichen: das Kind, die Frau, die Mutter, die Köchin, den Hausmeister und die Dienstmagd. Jemarin rief sofort die Polizei. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass der Mörder eine beträchtliche Zeit im Haus verbracht hatte: er ließ die Vorhänge herunter, versuchte, Spuren zu verwischen, und hatte sogar die Leiche der Köchin an einen weniger auffälligen Ort bewegt. Doch alle wertvollen Dinge blieben unberührt. Warum hat der Verbrecher die Familie des Kaufmanns getötet?
Die Ermittler prüften verschiedene Versionen und verdächtigten schließlich den Nachhilfelehrer Witold Gorski. Zeugen hatten gesehen, wie er als Letzter das Haus verließ, und Geräusche gehört. Ein örtlicher Schmied berichtete, dass Gorski kurz vor dem Mord um die Reparatur eines Revolvers und den Verkauf von Patronen gebeten hatte. Unter dem Druck der Beweise gestand Gorski. Er hatte einen Raubüberfall geplant, wollte aber nicht sechs Menschen töten.
Zuerst tötete er kaltblütig den kleinen Sohn, dann die Mutter, und als er gerade dabei war, Schmuck und Geld zu nehmen, kam Jemarins Frau mit dem Dienstpersonal zurück. Er musste auch sie töten. Bei der Dienstmagd klemmt der Revolver, und er erschlug sie mit einem Holzscheit. Das, was er geplant hatte, konnte er nicht stehlen, da ihn die Nanny und der Kutscher verscheuchten. Das Gericht verurteilte Gorski zur Todesstrafe, aber Alexander II. ersetzte sie durch lebenslange Zwangsarbeit. So lautet die Geschichte des grausamen Mordes, der im Roman "Der Idiot" erwähnt wird.
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