Fast am Ende der Pjatnizkaja-Straße steht das beeindruckende Gebäude der Sytinschen Druckerei. Ivan Dmitrijewitsch Sytin, einer der bekanntesten vorrevolutionären Verleger Russlands, wurde 1851 in der Provinz Kostroma geboren. Mit 15 Jahren kam er nach Moskau und begann in einer Buchhandlung zu arbeiten. Nach zehn Jahren, in denen er Geld gespart hatte, kaufte er seine erste Lithografiemaschine und eröffnete eine kleine Lithografie auf dem Vargunichin-Hügel, wo er zunächst populäre, volkstümliche Bilder druckte. Während des Russisch-Türkischen Krieges wechselte er zur Produktion von Karten über die Kampfhandlungen. Nach und nach erweiterte Sytin sein Sortiment, hauptsächlich durch preiswerte Volksbücher. Auf der Allrussischen Industrieausstellung 1882 wurde er mit einer Bronzemedaille für seine Produkte ausgezeichnet. 1887 erwarb Ivan Dmitrijewitsch ein großes Grundstück in der Pjatnizkaja-Straße, wo 1903 der Architekt A. E. Erichson und der Ingenieur W. G. Schuchow für ihn das Druckereigebäude errichteten.
Ein Teil des Druckereigebäudes befindet sich an einem Ort, der bis 1834 dem Titularrat Nikolai Fjodorowitsch Ostrowski gehörte. Hier lebte 14 Jahre lang der bekannte Dramatiker Alexander Ostrowski.
Die Hauptfassade des Gebäudes mit dem gotischen Eingang und den komplexen, figürlichen Attiken mit halbrunden Fenstern ist schlicht, aber beeindruckend. Viele Fensterrahmen sind seit Anfang des 20. Jahrhunderts erhalten geblieben. Allerdings wurde das Gesamtbild des Gebäudes durch den Anbau eines zusätzlichen Stocks beeinträchtigt.
Im Jahr 1905 wurde die Druckerei niedergebrannt. Die Anführer des Streiks verhafteten die gesamte Verwaltung, und unter Androhung von Waffengewalt wurde die erste Ausgabe der "Nachrichten der Sowjets der Arbeiterdeputierten" gedruckt, in der über den allgemeinen politischen Streik in Moskau berichtet wurde, der vom Moskauer Rat der Arbeiterdeputierten zusammen mit der sozialdemokratischen Partei und den sozialistischen Revolutionären organisiert wurde. Durch das Feuer wurde die gesamte Ausrüstung, der Papierbestand und teilweise die Decken zerstört.
Doch ein Jahr später stellte Sytin die Produktion wieder her. In diesem historischen Gebäude verkehrten L.N. Tolstoi, A.M. Gorki, W.W. Majakowski und S.A. Jessenin, der eine Zeit lang als Korrektor bei Sytin arbeitete. Nach der Revolution wurde die Druckerei verstaatlicht und hieß nun Erste Musterdruckerei. Interessant ist, dass gleich nach der Oktoberrevolution auf einer Vollversammlung der Arbeiter mehrere tausend Stimmen den gewaltsamen Machtübergriff der Bolschewiki verurteilten. Die kommunistische Zelle in der Druckerei konnte erst Anfang der 1920er Jahre gegründet werden.
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