Der Wettbewerb "Miss World" wird seit 1951 ausgetragen, aber Vertreterinnen der Sowjetunion haben nie daran teilgenommen. Dennoch gibt es unter den russischen Schönheiten Trägerinnen dieses prestigeträchtigen Titels. Die erste unserer Landsfrauen war Tatyana Vladimirovna Verstak, eine Nachfahrin von Weißemigranten. Ihre Eltern mussten nach dem Sieg der Maoisten von China nach Australien ziehen. Zunächst fiel es ihr schwer: Sie sprach schlecht Englisch, und ihre Klassenkameraden lachten über ihren russischen Akzent. Dennoch konnte Tatyana dank ihres Durchhaltevermögens und des Unterrichts bei Nachhilfelehrern in der australischen Umgebung Fuß fassen. Schon damals bemerkten viele ihre unirdische Schönheit, ihren Witz und ihre hervorragende Figur sowie ihre Leidenschaft für Tennis.
Nach dem Schulabschluss arbeitete sie als Promoterin für Olivenöl. Bei einer der Präsentationen wurde ihr angeboten, an der Vorentscheidung zum Wettbewerb "Miss Australia 1961" teilzunehmen. Doch, in strengen Traditionen erzogen, beschloss sie zunächst, ihre Eltern um Erlaubnis zu fragen. Glücklicherweise waren sie nicht dagegen, und Verstak erreichte das Finale. In diesen Jahren sah der Wettbewerb anders aus: Das Defilieren in Badeanzügen war nicht erlaubt, nur in Sportanzügen. Neben der Schönheit wurden Intelligenz, Improvisation und Humor streng bewertet, und Tatyana erwies sich als die Stärkste.
Nach ihrem Sieg begann sie sich auf den ernsthafteren Wettbewerb "Miss World" vorzubereiten. Die Konkurrenz war sehr hoch, aber auch in Amerika bezauberte die russische Emigrantin alle: das Publikum, die Jury und die Mitbewerberinnen. Miss England Sue Burgess bemerkte: "Ich denke, sie hat es verdient. Sie ist ein sehr nettes, aufrichtiges, gutherziges, nicht eitel Mädchen." Nach ihrer Rückkehr nach Australien engagierte sich Verstak in der Wohltätigkeitsarbeit, half Menschen mit Behinderungen und spendete Geld an Kinderfonds. Später entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Fotografie und eröffnete ihr eigenes Fotostudio, und jetzt genießt sie ihren wohlverdienten Ruhestand.
In einem Vorort von Sydney wurde ein Park zu ihren Ehren eröffnet.
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