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Christus-Skulptur auf dem Wwedenskoje Friedhof

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Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erlebten viele Moskauer einen religiösen Aufschwung. Entbehrungen und Trauer trieben die Menschen zum Glauben, und eine besondere Rolle spielte die bekannte orthodoxe Heilige Matrona von Moskau. Trotz schwerer Krankheit empfing sie weiterhin zahlreiche Besucher.

Laut einer wenig bekannten Stadtlegende bat Matrona eines Tages ihre Helferin, zum Wwedenskoje Friedhof zu gehen und Wasser aus den Händen der Christus-Skulptur zu schöpfen, die sich neben dem Familiengrab des Besitzers der Baumwollfabrik Ludwig Knop befand. Die Frau war überrascht, denn es herrschte große Hitze, entschloss sich jedoch, der Bitte nachzukommen. Kaum war sie auf dem Friedhof angekommen, begann es heftig zu regnen, sie schöpfte Wasser und brachte es Matrona, woraufhin es der alten Dame besser ging.

Als die Menschen von dem Wunder erfuhren, begannen sie massenhaft den Wwedenskoje Friedhof zu besuchen. Da es nicht täglich regnete, gossen einige Wasser über die Hände der Skulptur, während andere Behälter darunter hielten. Die Schlange zur Statue wurde bald länger als die zum Mausoleum, denn es gab Gerüchte über die heilende Kraft des Wassers. Die sowjetischen Behörden, die aktiv gegen das Christentum kämpften, konnten dies nicht zulassen. Bald wurde das Grab und die Statue von einem hohen Zaun umgeben, doch die Menschen begannen, Wasser über den Zaun zu gießen und es mit Lappen aufzufangen. Als Stalin davon erfuhr, befahl er, die Skulptur zu entfernen. Die Gläubigen suchten lange nach ihr und fanden sie in den Lagerräumen des Schussew-Museums, konnten sie jedoch nicht zurückkaufen.

Erst 1976 wurde die Skulptur an das Museum der Moskauer Geistlichen Akademie übergeben und verbrachte zehn Jahre in einer vernagelten Kiste in der Smolensker Kirche der Dreifaltigkeits-Sergius-Lawra. Erst 1986, dank der Perestroika und der veränderten Einstellung zur Religion, wurde sie in ein Museum gebracht, wo sie sich bis heute befindet.

Geo-Punkt

Скульптура Христа на Введенское кладбище

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