Das Saratower Ethnografische Museum bietet die Möglichkeit, die nationale Kleidung, Werkzeuge, Gegenstände der dekorativen und angewandten Kunst, Beschäftigungen, Kultur und Lebensweise von Völkern wie Russen, Ukrainern, Deutschen, Mordwinen, Tschuwaschen, Tataren, Baschkiren und Kalmyken kennenzulernen.
Ursprünglich wurde das Museum 1969 als "Museum, Wohnung der Familie Uljanow" eröffnet und war ein Zweig des Saratower Regionalmuseums für Heimatkunde. 1993 wurde es in das Saratower Ethnografische Museum umgewandelt. Das Museum befindet sich in einem zweigeschossigen Gebäude aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, das aus Ziegeln gebaut ist und ein Denkmal der Geschichte und Kultur darstellt. Bis 1917 gehörte das Haus dem deutschen Ingenieur F.J. Buzik und ist mit dem Leben der Familie Uljanow verbunden, die hier von Frühjahr 1911 bis August 1912 lebte.
In der Sowjetzeit wurde das Gebäude als Mehrfamilienhaus genutzt. Es stellt ein Beispiel für die provinziellen städtischen Bauweisen im Stil der russischen Eklektik mit Elementen des Jugendstils dar.
Das Museum hat keine eigenen Bestände, die Exponate werden vom Saratower Regionalmuseum für Heimatkunde bereitgestellt. Derzeit gibt es im Museum zwei ständige Ausstellungen, die der Volkskultur der Region Saratow und dem städtischen Leben gewidmet sind.
Die Ausstellung "Völker des Saratower Wolga-Gebiets" zeigt nationale Kleidung, Werkzeuge und Gegenstände der dekorativen und angewandten Kunst und vermittelt Einblicke in die Kultur und Lebensweise verschiedener Völker. Hier sind über 500 originale Exponate ausgestellt, die über die Kultur jedes Volkes und deren gegenseitige Beeinflussung berichten.
Ein anderer Teil der Ausstellung, die "Blätter im Album", ist dem Leben und Alltag der Saratower Intelligenz gewidmet, mit Interieurs von Esszimmer, Wohnzimmer, Arbeitszimmer und Schlafzimmer.
Das Interesse an der Volkskultur und den Traditionen bietet Möglichkeiten für wissenschaftliche Arbeiten. Neben Vorträgen werden auch theatrale Veranstaltungen wie "Reise in die ferne Vergangenheit" und "Spiele unserer Urgroßmütter" durchgeführt. Ein Führer in traditioneller Kleidung informiert die Besucher über das Leben und die Lebensweise der russischen Bauern des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts und lehrt traditionelle Spiele, bevor er zu Tee mit Bagels einlädt.
Das Museum bietet Bildungsprogramme an: für Grundschüler das Programm "Ethnografisches Museum für Kinder", das auf ein Jahr ausgelegt ist, und für Schüler der 6. und 7. Klassen das Programm "Erbe". Jährlich besuchen etwa 16.000 Menschen das Museum.
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