Im Alter von nur 17 Jahren gründete Natalia Saz das Moskauer Theater für Kinder und wurde mit 28 Jahren die erste Regisseurin der Oper, als sie in Berlin "Falstaff" von Verdi inszenierte. Doch nach ihrer Rückkehr in die UdSSR zu ihrem Mann sah sie sich Schwierigkeiten gegenüber: Sie wurde zu fünf Jahren Lager verurteilt. Es geht um die berühmte Regisseurin und Theaterpädagogin Natalia Saz.
Natalia wurde 1903 in Irkutsk geboren, aber bereits ein Jahr später zog ihre Familie nach Moskau, wo ihr Vater, ein Komponist, eine Stelle am MCHAT erhielt. Dort, als sie noch ein Baby war, spielte Natalia ihre erste Rolle. Zu dieser Zeit inszenierte Meyerhold das Stück "Der Tod des Tentazhil", für das ihr Vater die Musik schrieb. Nach der Idee des Regisseurs sollte in der Kulmination des Stücks ein Kinderweinen erklingen, doch der gewünschte Effekt wollte nicht gelingen. Eines Tages, als Ilja Saz seine Tochter zur Probe mitnahm, weinte Natalia im richtigen Moment, und Meyerhold war erstaunt, wie perfekt das war.
Von Kindesbeinen an entschied Natalia Iljinitschna, ihr Leben mit dem Theater zu verbinden. Bereits mit 10 Jahren besuchte sie die Dramatische Studio von Griboedow und schloss die Musikschule ab. Dank ihrer Initiative entstand in Moskau das erste Kindertheater, wo sie 16 Jahre lang als künstlerische Leiterin arbeitete. Ihr Talent und ihre Energie zogen die Aufmerksamkeit bekannter Regisseure auf sich, und Natalia arbeitete an der Berliner Kroll-Oper und im Kolon-Theater in Argentinien, wo ihre Konzerte ausverkauft waren.
1937 kehrte Saz in die UdSSR zurück, ohne zu wissen, dass ihr Mann als Volksfeind verurteilt worden war, und sie den Status "Familienmitglied eines Landesverräters" erhielt, was zu ihrer Verurteilung zu fünf Jahren führte. Im Gulag erlitt sie einen Schlaganfall, doch Natalia fand die Kraft, weiterzuleben: Sie organisierte einen Chor und inszenierte Amateuraufführungen. Nach ihrer Freilassung wurde ihr die Rückkehr nach Moskau verboten, und sie lebte lange Zeit in Almaty. In die Hauptstadt kehrte sie erst 1964 zurück und setzte ihre Theaterarbeit fort. Kurz vor ihrem Tod gründete Natalia eine Wohltätigkeitsstiftung zur Unterstützung der Kunst für Kinder. Sie verstarb 1993.
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