Heute erzählen wir von Mikhail Pavlovich Ryabushinsky, einem Vertreter einer bekannten Kaufmannsfamilie, großem Sammler und großzügigem Mäzen. Er war der Vater der berühmten Ballerina Tatiana Mikhailovna und Besitzer des legendären Herrenhauses von Zinaida Morozova in Spiridonovka. Das Schicksal dieses Mannes ist interessant und sogar tragisch, aber alles der Reihe nach.
Mikhail Pavlovich Ryabushinsky wurde am 27. Juni 1880 geboren. Er war der fünfte Sohn des wohlhabenden Moskauer Kaufmanns Pavel Mikhailovich Ryabushinsky und erbte von ihm nicht nur ein beträchtliches Vermögen, sondern auch Geschäftssinn. Mikhail Pavlovich erhielt eine ausgezeichnete Ausbildung, schloss die angesehene Moskauer Praktische Akademie für Handelswissenschaften ab und stieg sofort in das Familienunternehmen ein, wo er sich um die Finanzverwaltung kümmerte. Er hob sich unter den Moskauer Kaufleuten hervor und zeigte besondere Fähigkeiten im Unternehmertum, war im Vorstand der Charkower Landbank und leitete zusammen mit seinen Brüdern das Bankhaus Ryabushinsky. Darüber hinaus hatte er eine Leidenschaft für das Sammeln und war mit herausragenden Künstlern seiner Zeit wie Vasnetsov, Kuznetsov, Repin, Benois, Serov und Vrubel bekannt, deren Werke ihm gehörten. Heute wird ein erheblicher Teil der einzigartigen Sammlung von Mikhail Ryabushinsky in der Tretjakow-Galerie aufbewahrt. Sie wurde während seiner Abreise ins Ausland zur vorübergehenden Aufbewahrung dorthin übergeben und später nationalisiert.
Zum Zeitpunkt des Kommens der sowjetischen Macht war Mikhail Pavlovich einer der reichsten Menschen Russlands. Neben dem berühmten Herrenhaus von Morozova und einer umfangreichen Sammlung von Kunstwerken besaß er zahlreiche Immobilien und verschiedene Besitztümer. Er war zweimal verheiratet und hatte vier Kinder. Die jüngste Tochter Tatiana wurde in der Emigration eine berühmte Ballerina, sah ihren Vater jedoch selten. 1918 war er gezwungen, ins Ausland zu gehen und lebte in London, wo er mit den verbleibenden Mitteln Geschäfte machte. Leider war sein Leben nicht mehr dasselbe, und er starb 1960 in Armut.
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