Viele wissen von dem legendären Marsch Suworows über die Alpen, aber selten wird erwähnt, wie die russischen Soldaten nach Hause zurückkehrten. Die Kolonnen von Wagen mit Verwundeten erstreckten sich über ganz Europa. Diejenigen, die zu erschöpft waren, um den Weg fortzusetzen, wurden im Kloster Waingarten in Deutschland unter der Obhut von Mönchen zurückgelassen. Verschiedene Quellen berichten, dass die Zahl der Verstorbenen fast 2000 Menschen erreichte.
Sie wurden im örtlichen Wald beerdigt. Der Künstler Johann Pflug erinnerte sich: "Die Russen hatten großen Respekt vor ihren Verstorbenen. Für jeden wurde ein Sarg aus sorgfältig gehobelten Brettern gemacht. Der Priester besprengte ihn mit heiligem Wasser. Die Kameraden trugen den Sarg zum Friedhof, der eine halbe Stunde zu Fuß entfernt war, und schaufelten das Grab mit den Händen zu, damit keine Steine auf den Sarg fielen, sondern nur weiche Erde. Der Grabhügel wurde geebnet und mit großen Steinen verstärkt, und über jedem Grab wurde ein Kreuz aufgestellt." Aufgrund der vielen Kreuze nannten die Einheimischen diesen Hain "Russischer Wald".
Die Deutschen behandelten den Friedhof mit Respekt, da die Russen keine Räuber und Vergewaltiger waren. Sie errichteten sogar eine Gedenktafel, die 1850 von den Franzosen abgerissen wurde. Doch das Grabmal wurde nicht aufgegeben. 1948 errichteten Emigranten aus dem zaristischen Russland dort ein großes Holzkreuz. Die Landsleute bemühten sich, die Erinnerung an diesen Ort zu bewahren, indem sie dort Gruppen russischer Pfadfinder führten und Gottesdienste abhielten.
1999, anlässlich des 200. Jahrestages des Übergangs der Suworow-Armee über die Alpen, versammelten sich im "Russischen Wald" Russen, Weißrussen, Deutsche, Schweizer und Franzosen. An der Veranstaltung nahmen der Herzog von Württemberg, Vertreter der lokalen Behörden, Schweizer Militärs und der Münchener orthodoxe Sergius-Chor teil. Alle Redner betonten die Bedeutung der Erhaltung des russischen Friedhofs in Waingarten als europäisches historisches Erbe.
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