Die Russische Kapelle auf dem Vršič, auch bekannt als Heilige-Wladimir-Kapelle, ist eine orthodoxe Kapelle, die dem heiligen gleichapostolischen Fürsten Wladimir gewidmet ist. Sie befindet sich am hochalpinen Pass Vršič im Nordwesten Sloweniens und wurde von russischen Kriegsgefangenen während des Ersten Weltkriegs erbaut.
Im Juli 1915 wurde in der Nähe von Kranjska Gora, an der Kreuzung der heutigen Grenzen von Slowenien, Österreich und Italien, ein Lager für Kriegsgefangene eingerichtet. Ihre Aufgabe war der Bau einer strategischen Straße über den Vršič-Pass. Die meisten Kriegsgefangenen waren orthodoxe russische Soldaten, da Österreich-Ungarn, zu dem Slowenien damals gehörte, bis zum Eintritt Italiens in den Krieg nur gegen Russland kämpfte.
In den Jahren 1916 und 1917 errichteten die russischen Kriegsgefangenen eine Holzkapelle zum Gedenken an ihre Landsleute, die am 12. März 1916 durch einen Lawinenabgang am Vršič-Pass ums Leben kamen. Von 1915 bis 1917, während der Existenz des österreichisch-ungarischen Lagers für russische Kriegsgefangene, die zum Bau der strategischen Straße eingesetzt wurden, kamen mindestens 10.000 russische Soldaten ums Leben.
Die Kapelle wurde 2005 renoviert, wobei 90.000 Euro ausgegeben wurden, und dient nun als militärisches Denkmal und symbolische Verbindung zwischen Slowenien und Russland. Im Juli 2006 wurde die Umgehungsstraße in „Russischer Weg“ umbenannt.
Jährlich organisiert die Gesellschaft für russisch-slowenische Freundschaft einen Gedenkgottesdienst in der Nähe der Kapelle. An der Zeremonie nehmen Vertreter des russischen Staates teil, so war beispielsweise 2015 der Premierminister Russlands Dmitri Medwedew anwesend. 2016, anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Kapelle, nahm der Präsident der Russischen Föderation Wladimir Putin an der Zeremonie teil.
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