Ida Lvovna Rubinstein, Symbol von Luxus und Sinnlichkeit des Silbernen Zeitalters. Trotz fehlender professioneller Ausbildung in der Kunst gab es Gerüchte, dass die Schauspielerin und Tänzerin ihren Erfolg ihrem Reichtum verdankte. Doch dieses zarte Mädchen mit der kantigen Figur wurde zum Star von Paris und hinterließ einen bedeutenden Eindruck in der europäischen Kultur durch ihren Mut, ihre Atmosphäre und ihr unbestreitbares Talent in der dramatischen und musikalisch-plastischen Kunst. Ihr Name wird mit dem berühmten "Tanz der sieben Schleier" aus dem Stück "Salome" assoziiert.
Ida wurde 1883 in Charkow in eine wohlhabende Familie der Rubinsteins geboren, die im Bankwesen und in der Zuckerproduktion tätig war. Ihre Erziehung erfolgte in den besten adligen Traditionen, und von klein auf war sie von Tanz, Malerei, Musik und Antike begeistert. Doch die unbeschwerte Kindheit wurde durch den Tod ihrer Mutter und später ihres Vaters und ihres Onkels, des Vormunds Adolf Ruvenovich, getrübt. Mit 12 Jahren wurde Ida Erbin eines großen Vermögens und zog zu Verwandten nach Petersburg.
Als sie volljährig wurde, engagierte Ida einen Regisseur aus der Alexandrinsky und inszenierte "Antigone", wobei sie sich selbst die Hauptrolle zusprach. Nach dem Misserfolg der Inszenierung erkannte sie, dass eine Ausbildung in der Kunst notwendig war, und schrieb sich an einer Schauspielschule ein, während sie gleichzeitig Tanzunterricht nahm. So begann ihre harte Arbeit an sich selbst und die Eroberung von Petersburg. 1910 trat sie in die Truppe des "Russischen Balletts" von Sergei Diaghilev ein und reiste nach Paris.
Neue Möglichkeiten eröffneten sich für sie: ein Benefiz in "Kleopatra", Rollen als Helena von Troja und Scheherazade, das Kino, die Zusammenarbeit mit dem italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio, dem Idol ihrer Kindheit. Ida blieb in Frankreich, kaufte ein eigenes Hotel, in dem sie Kollegen und Freunde empfing. 1934 wurde sie mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet, und ein Jahr später erhielt sie die französische Staatsbürgerschaft.
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