Mit der Zeit vergessen die Menschen ihre Vergangenheit, und nur wenige erinnern sich heute an den Bojaren Michail Romanow, der im Perm-Gebiet lange vor dem tragischen Tod seiner Nachkommen im Jahr 1918 ermordet wurde.
Diese Geschichte beginnt im Jahr 1600, als Russland von Boris Godunow regiert wurde. Als erster Zar, der nicht aus dem Geschlecht der Rurikiden stammte, fürchtete er die angesehenen und beliebten Romanows. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden unter dem Vorwand einer nicht existierenden Verschwörung gegen Godunow alle Söhne Nikita Romanows verhaftet, einschließlich des 40-jährigen Bojaren Michail, dem Onkel des zukünftigen ersten Zaren aus dem Geschlecht der Romanows.
Michail Romanow hatte die Ämter des Stalnik und Oka-Lichni inne und war bei den Moskauer Bürgern beliebt. Im Juni 1600 wurde er gefangen genommen und ins Perm-Gebiet gebracht. Auf Befehl Godunows sollte er umgebracht werden, und Michail wurde in das Dorf Nyrabka (heute der Ort Nyrob) gebracht. Mit seiner enormen körperlichen Kraft versuchte er verzweifelt, die Kutsche, in der er gebracht wurde, wegzustoßen, aber das half nicht. Er wurde in eine Grube gesetzt und mit Ketten an einen Pfahl gefesselt, wodurch ihm die Möglichkeit genommen wurde, sich zu bewegen. Fast zwei Jahre dauerte sein qualvoller Tod. Die Einheimischen hatten Mitleid mit ihm und schickten Kinder mit Essen und Wasser, weshalb er lange nicht an Hunger starb. Als die Wächter dies entdeckten, ergriffen sie die Kinder. Um nicht den Winter zu verbringen, töteten sie Michail.
Nachdem die Romanows den Thron bestiegen hatten, ließ Michail Romanow (der Neffe) die Überreste nach Moskau überführen und in der Familiengruft im Neospasski-Kloster beerdigen. Seitdem wird Michail als Märtyrer verehrt und als „Nyrabscher Märtyrer“ bezeichnet. Seine Ketten werden bis heute in Nyrob aufbewahrt, und täglich kommen Menschen zu ihnen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war eine Heiligsprechung geplant, aber dies wurde durch die Revolution verhindert. In unserer Zeit wird erneut über eine Heiligsprechung gesprochen. Im Jahr 2013 wurden die Ketten Michails ins Neospasski-Kloster gebracht und ein Buch über ihn vorgestellt. So lebt das Andenken an den Bojaren Michail weiter.
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