Im 18. Haus in der Moskauer Straße befand sich während des Russischen Kaiserreichs eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Einrichtung, das Skating-Roll, wo die Bürger auf Rollschuhen fuhren.
Die Halle wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts eröffnet. Zunächst war sie nicht sehr beliebt, da die Penzener und die Gäste der Stadt dieses Vergnügen als gefährlich ansahen. Die lokale Presse schrieb: „Es ist nicht so einfach, diese Kunst zu erlernen, und die, die sich Nase und Nacken am Asphalt brechen wollen, sind nicht viele.“ Doch dank erfolgreicher Werbung änderte sich die Einstellung zum Skating-Roll, und die Penzener begannen, es in großer Zahl zu besuchen. Drinnen konnte man nicht nur fahren, sondern auch eine angenehme Zeit verbringen. Für die Besucher gab es ein Buffet mit Marmelade, Sandwiches und alkoholfreien Getränken, und neben der Halle spielte Musik vom Grammophon.
Die Journalisten der Zeitung „Gubernskie Vedomosti“ bemerkten: „In den Logen an den Tischen sitzt viel junge, schick gekleidete Gesellschaft, die sich mit dem kalten Buffet ohne Alkohol verwöhnt. Die Bühne ist geschmückt und vom Orchester besetzt. Auf der Bahn sind viele Fahrer, das charakteristische Geräusch der Räder ist zu hören. Das Publikum ist vielfältig: Gockel mit Scheitel bis zum Nacken, Gymnasiast mit dem Aussehen eines zukünftigen Ministers, Offiziere, Kadetten, Gymnasiasten und Damen, viele Damen. Tagsüber bei der Eröffnung waren viele Kinder da. Die Stimmung ist fröhlich, Lachen und Geschwätz sind zu hören. Ein kleiner Mann fiel, riss seine Hose und lief rot geworden von der Bahn. In der Mitte der Bahn führt ein Instruktor erstaunliche Nummern auf, die Applaus hervorrufen. In einem separaten Übungsraum versuchen Anfänger vergeblich, ihre Beine zu beherrschen, fallen. Eine Dame in tiefer Trauer bewegt sich wie betrunken und klammert sich an die Wände.“
Leider überlebte diese einzigartige Einrichtung die Wirtschaftskrise am Ende des Russischen Kaiserreichs nicht und schloss kurz vor der Oktoberrevolution.
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