Die Geschichte jeder Stadt lässt sich durch alte Friedhöfe verfolgen, die von Epidemien, der sozialen Zusammensetzung der Bevölkerung und anderen Fakten erzählen. Leider wurden viele Moskauer Friedhöfe in der Sowjetzeit zerstört, aber einige sind erhalten geblieben. Einer der ältesten Nekropolen Moskaus ist der Pjatnitski-Friedhof, der in der Zeit von Katharina der Großen für Massengräber von Pestopfern gegründet wurde. Heute ist der Pjatnitski-Friedhof nicht der größte und wenig bekannt, aber er verdient Aufmerksamkeit.
Der Pjatnitski-Friedhof befindet sich im Alexejewski-Viertel und hat mehrere Sehenswürdigkeiten. Erstens die Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit, die 1830 eingeweiht und fünf Jahre später geweiht wurde. An dieser Stelle stand zuvor eine Holzkirche, die 1772 auf Befehl von Katharina der Großen erbaut wurde. Die kleine Kirche zu Ehren der Paraskeva Pjatnitsa befand sich in der Nähe der Dreifaltigkeitsstraße, und ihr Name wurde im neuen Steinkathedrale verewigt, während der Name Paraskeva Pjatnitsa zum volkstümlichen Namen des Friedhofs wurde.
Der Initiator des Baus der neuen Kirche war der Priester Fjodor Protopopov, und das Projekt wurde von dem Architekten Afanasy Grigoriev entwickelt. Wenn Sie auf dem Waganikowski-Friedhof waren, haben Sie vielleicht die Ähnlichkeit der Kirche mit der Dreifaltigkeitskathedrale bemerkt, was nicht verwunderlich ist, denn sie haben denselben Autor.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Kirche des heiligen Simeon aus Persien, deren Name in Russland selten, aber dennoch vorkommt. Das Projekt dieser Kirche wurde von dem Architekten Nikolai Nikolajewitsch Blagoweschenski erstellt, und der Bau wurde von dem wohlhabenden Moskauer Zaitsev finanziert. Die Kirche wurde zum Gedenken an seinen Vater errichtet, der auf diesem Friedhof begraben ist (das Grab ist nicht erhalten).
Von den Bestattungen sind nur wenige bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Besonders bemerkenswert ist das Grab des Ingenieurs für Verkehrswesen Boris Alexejewitsch Werkhowskij, der während des Boxeraufstands in China getötet wurde. Sein Körper wurde nach Russland gebracht und auf dem Pjatnitski-Friedhof beigesetzt, wo über dem Grab ein hoher Obelisk errichtet wurde, der auf wundersame Weise erhalten geblieben ist. Auch hier kann man einige Kaufmannsgrabsteine sehen. Interessant ist, dass alle Denkmäler bescheiden sind, ohne die gewohnte Pompösität, die wohlhabenden Menschen eigen ist, nur Platten und Zitate aus der Bibel.
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