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Prochorow Peter Nikolajewitsch

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Zemstvosärzte genossen einst großes Vertrauen bei den Patienten und verdienten es durch ihren Enthusiasmus und ihr Engagement. Einer dieser Ärzte, Peter Nikolajewitsch Prochorow, hinterließ einen bedeutenden Eindruck in der Geschichte der russischen Medizin. Obwohl er mit 30 Jahren die Möglichkeit hatte, eine Karriere an der Militärmedizinischen Akademie zu machen, wählte er die Arbeit in den Landkrankenhäusern.

1883 wurde er Zemstvosarzt in Jamburg (heute Kingisepp) in der Petersburger Provinz. Das örtliche Krankenhaus war eine Baracke mit 10 Betten, in der die unterschiedlichsten Kranken zusammen untergebracht waren. Prochorow stellte mit Entsetzen fest, dass sich unter ihnen auch Leprakranke befanden, und ordnete sofort an, sie in einen anderen Raum zu verlegen. Es gab auch viele Syphilis-Patienten, die hauptsächlich durch den Alltag übertragen wurden, da man damals wenig über die Übertragung wusste. Peter Nikolajewitsch begann, ein neues System der Landgesundheit zu schaffen.

Er konzentrierte sich auf Prävention und die Zugänglichkeit von Behandlungen für alle. Mit eigenen Mitteln eröffnete er Sprechstunden in den umliegenden Dörfern, lud dort Sanitäter und Hebammen sowie seine Freunde von der Militärmedizinischen Akademie zu Beratungen ein. In dem Jamburger Krankenhaus entstanden neue Abteilungen: Infektions-, Therapie-, geburtshilflich-gynäkologische und chirurgische. Indem er Ärzte in die Provinz holte, kümmerte sich Prochorow um ihre Lebensbedingungen, indem er für sie ein Wohnhaus baute und einen Park anlegte.

Peter Prochorow behandelte die Einheimischen kostenlos. 1894 organisierte er eine Siedlung für Leprakranke namens "Steile Bäche". Professor Wassili Gawrilowitsch Uschakow erinnerte sich an ihn als einen gebildeten, beobachtenden und einfallsreichen Menschen, der allem auf besondere Weise begegnete. Prochorow erfand einen vereinfachten Typ von Dampfkamera und richtete damit in seinem kleinen Landkrankenhaus eine Desinfektionsanlage und eine Badheizung ein.

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