Nicht weit vom Neujungfrauenkloster, in der Pogodinskaja-Straße, steht ein erstaunlich schöner kleiner blauer Häuschen, die Pogodinskaja Hütte. Umgeben von typischen Gebäuden des NII, wirkt sie wie ein Spielzeug und passt überhaupt nicht in die moderne Stadtlandschaft. Es scheint, als hätte eine geheimnisvolle Kraft sie hierher gebracht, wie in einem Märchen über die Smaragdstadt.
Wenig ist über dieses Bauwerk bekannt, das eines der ältesten erhaltenen Holzgebäude Moskaus ist. Die Pogodinskaja Hütte ist bereits über 150 Jahre alt. Sie wurde 1856 vom Architekten Nikolai Wassiljewitsch Nikitin erbaut und Michail Petrowitsch Pogodin, einem Professor der Moskauer Universität, Historiker und Publizisten, von dem großen russischen Unternehmer Wassili Alexandrowitsch Kokorew geschenkt. Dies war ein Zeichen des Respekts für das Interesse des berühmten Historikers an der Volksarchitektur und Kunst. Die Hütte war eines von zwei Nebengebäuden des Haupthauses des Anwesens und wurde als programmatisches Werk im „russischen Stil“ entworfen, ausgeführt in Formen der volkstümlichen Holzarchitektur. Sie stellt einen hohen Blockbau mit einem Lichtzimmer im zweiten Stock dar, geschmückt mit ornamentaler Schnitzerei, Fensterläden, „Tüchern“, „Unterblicken“ und anderen Details, die vermutlich nach Zeichnungen von Fürst G.G. Gagarin geschaffen wurden.
Die Hütte diente als „Altersspeicher“, in dem Pogodin historische Relikte aufbewahrte. Hier versammelten sich Slawophilen wie Samarin, Chomjakow, Tschischow. Es war ein bekannter literarischer Salon Moskaus, wo oft Schriftsteller und Schauspieler zu Gast waren, darunter N.V. Gogol, der hier am ersten Band von „Toten Seelen“ arbeitete, „Taras Bulba“ redigierte und seinen Namenstag feierte. Zu den anderen Gästen gehörten A.N. Ostrowski, F.I. Tjutschew, P.Ja. Tschadajew, M.N. Sagoskin, A.F. Pissemski, E.A. Baratynski, M.S. Schtschepkin, P.A. Wjasemsky, K.S. Aksakov und S.T. Aksakov.
Im Jahr 1941, während des Großen Vaterländischen Krieges, fiel eine Bombe auf das Hauptgebäude des Anwesens, es wurde zerstört, und die Hütte wurde stark beschädigt. Erst 1972 wurde das Gebäude vom Allrussischen Gesellschaft zum Schutz von historischen und kulturellen Denkmälern restauriert, danach befand sich in der Hütte die Bezirksabteilung der VOOpiK von Moskau und es wurden Vorträge gehalten. Bis zu den Reformen und der Privatisierung kamen die Moskauer hierher, um interessante Vorträge oder die Klänge eines alten Flügels zu hören. Danach stand die Hütte einige Jahre geschlossen und zerfiel allmählich. Jetzt sieht sie ziemlich anständig aus, hat jedoch ihren kulturellen Wert verloren und wird, wie viele historische Gebäude Moskaus, als Büros genutzt.
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