Der Ausdruck "Russischer Stil" ist längst zu einer bekannten Marke weltweit geworden. Volksmerkmale sind nicht nur in Architektur, Malerei, Ballett und Musik zu finden, sondern auch in der Schmuckkunst. Eines der bedeutendsten Unternehmen in diesem Bereich wurde von Pavel Akimowitsch Owtschininkow gegründet. Sein Schicksal ist bemerkenswert. Er wurde am 23. Juni 1830 in einer Familie von Leibeigenen geboren, die dem Minister des kaiserlichen Hofes, Peter Wolkonski, gehörten. Wolkonski war ein guter Mensch und behandelte die Bauern gut. Als er Owtschininkows Talent zum Zeichnen bemerkte, schickte er ihn zum Lernen nach Moskau. Dort begann Pavel Akimowitsch, die Grundlagen der Schmuckherstellung zu studieren. 1850 erlangte er die Freiheit und eröffnete sein eigenes Geschäft.
Owtschininkow zog Käufer und Liebhaber mit seinem hohen Können und künstlerischen Geschmack an. Seine Vasen, Karaffen, Ringe und Ohrringe wurden bereits damals zu seltenen Exponaten. 1861 wurden seine Schmuckstücke im Ausland präsentiert. In Frankreich überraschte Pavel Akimowitsch alle mit seinem Werk "Denkmal der Befreiung der Leibeigenen", geschmückt mit Reliefs, die die Lesung des Manifestes von Alexander II. und Figuren von Bauern, die Saatgut säen, darstellten. Im nationalen Stil schuf Owtschininkow Schalen, Kästchen und Küchenbrotkörbe. 1882 erwarb der König von Italien einen silbernen Brotkorb mit Serviette, der so elegant gefertigt war, dass er nicht metallisch, sondern stofflich erschien.
Im Laufe der Zeit erlernten die Meister der Firma Owtschininkow auch die Technik der Emaille. Übrigens befanden sich einige goldene und silberne Schmuckstücke von Pavel Akimowitsch in der persönlichen Sammlung von Alexander III. Der Volkskünstler verstarb 1888, während er auf dem Höhepunkt seines Ruhms war. Vielleicht war das zum Besten, denn er wurde nicht Zeuge des Niedergangs seiner Firma, die 1917 geschlossen wurde.
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