Heute erzählen wir von einem erstaunlichen Menschen, dem Erzbischof Grigori Ostroumow. Er war ein wahrer Asket der orthodoxen Kirche, Seelsorger der Großfürstin Anastasia Michailowna und der Hauptinspirator des Baus der berühmten russischen Kirche zu Ehren des Erzengels Michael in Cannes, die zum Symbol der russischen Emigration wurde.
Grigori Jewfimjewitsch Ostroumow wurde am 14. Oktober 1856 geboren und erhielt eine höhere theologische Ausbildung. 1885 wurde er orthodoxer Priester. Bald lernte er die Enkelin von Kaiser Nikolaus I., Anastasia Michailowna, kennen, die in ihm ihren Seelsorger fand. 1889 bot sie ihm an, nach Frankreich zu ziehen. In Cannes gründete Vater Grigori eine große orthodoxe Gemeinde und entschloss sich zusammen mit Anastasia Michailowna, eine steinerne Kirche zu bauen. Dank der Hilfe der Romanows wurde die Michail-Archangel-Kirche errichtet, und Grigori Ostroumow wurde ihr erster Pfarrer. Für seine Verdienste um die Kirche wurde er zum Protopresbyter erhoben und 1905 mit einer Mitra ausgezeichnet.
Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs und der Ankunft der russischen Truppen in Frankreich widmete Vater Grigori viel Zeit den verwundeten Soldaten, hörte ihnen zu und tröstete sie. Doch für Russland war dieser Krieg verhängnisvoll, er zerstörte die Monarchie und die Grundlagen. Vater Grigori akzeptierte die Bolschewiki nicht, weigerte sich, mit der OGPU zusammenzuarbeiten, und verließ seinen Posten nach einer Anordnung aus Moskau nicht. 1927 trat er offiziell unter die Jurisdiktion der RPTsZ über und wurde zum Protopresbyter erhoben.
1936 nahm Vater Grigori die Mönchweihe an und wurde bald Bischof von Cannes Grigori. Er lebte 90 Jahre, wurde zum Erzbischof erhoben und starb am 7. Juli 1947. Er wurde in der Michail-Archangel-Kirche beigesetzt, der er den größten Teil seines Lebens gewidmet hatte. Er war ein würdiger Mensch, der eine wichtige Rolle im Leben der russischen Emigration spielte; unter seinen geistlichen Kindern waren der weiße General Nikolai Nikolajewitsch Judenitsch und Vertreter des Hauses Romanow.
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