← Zum Feed · Karte

Zinaida Morozovas Herrenhaus

Фото 1
Das Herrenhaus von Zinaida Morozova, im neugotischen Stil erbaut, befindet sich im Presnensky Bezirk von Moskau. Es gehörte Zinaida Grigorievna Morozova, der Ehefrau des bekannten Industriellen Savva Morozov. Das Gebäude wurde nach den Plänen des Architekten Fjodor Schechtel errichtet und gilt als herausragendes Beispiel des frühen Moskauer Jugendstils. Seit 1938 dient das Herrenhaus als Empfangshaus des Außenministeriums Russlands. Die Morozovs erwarben das Grundstück in der Spiridonowka-Straße im Jahr 1893, und der Bau wurde 1898 abgeschlossen. Für die Gestaltung der prunkvollen Innenräume wurde Michail Wrubel eingeladen.

Nach dem Tod von Savva Morozov verkaufte seine Witwe das Herrenhaus an den Industriellen und Mäzen Michail Rjabuschinski, der 1918 emigrierte. Nach der Verstaatlichung ging das Gebäude in die Verwaltung des Volkskommissariats für Auswärtige Angelegenheiten über und wurde in ein Empfangshaus des Außenministeriums umgebaut. Während des Großen Vaterländischen Krieges fanden hier Treffen der Außenminister der USA, Großbritanniens und der UdSSR statt. Im Jahr 1995 wurde das Herrenhaus durch ein Feuer beschädigt, aber nach den erhaltenen Plänen und Fotografien wiederhergestellt.

Die ersten Erwähnungen des Hauses in der Spiridonowka, 17, stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Damals gehörte das Grundstück dem geheimen Rat Iljarion Woronzow. Das Hauptgebäude befand sich tief im Garten und stellte eine klassische städtische Villa des späten 18., frühen 19. Jahrhunderts dar.

Im Jahr 1812 wurde das Gebäude und das angrenzende Gelände stark durch den Moskauer Brand beschädigt. 1814 begann der Dichter und Staatsmann Iwan Dmitriew mit dem Bau eines neuen Hauses nach den Plänen des Architekten Alexander Witberg. Die neue Villa wurde auf einem steinernen Fundament mit Holzdecken erbaut, und die Fassade wurde von zwei Portiken mit jeweils sechs Säulen geschmückt. Dmitriew empfing oft bekannte Schriftsteller wie Alexander Puschkin und Nikolai Gogol.

Im Jahr 1842 erwarb Nikolai Timofejewitsch Aksakow, der Bruder des Schriftstellers und Theaterkritikers Sergej Aksakow, die Villa. Das Haus wurde zu einem Treffpunkt für kulturelle und gesellschaftliche Persönlichkeiten, hier versammelten sich die Slawophilen. Nach und nach verkaufte der Besitzer Teile des Gartens, und 1893 erwarb Zinaida Grigorievna Morozova den verbleibenden Teil.

Die Familie Morozov beschloss, ein neues Haus zu bauen, und 1898 wurde der Bau abgeschlossen. Zinaida Morozova verwandelte das Herrenhaus in einen gesellschaftlichen Salon und ein Zentrum des kulturellen Lebens in Moskau. Hier versammelten sich gesellschaftliche Persönlichkeiten und kreative Intellektuelle wie Sergej Witte, die Großherzogin Elisabeth Fjodorowna, Anton Tschechow, Wladimir Nemirovich-Dantschenko, Isaak Lewitan, Alexander Benois und Fjodor Schaljapin, der oft für einen kleinen Kreis von Gästen auftrat.

Savva Morozov, im Gegensatz zu seiner Frau, betrachtete die Nikolaj-Manufaktur als sein wahres Zuhause. Er nahm selten an gesellschaftlichen Veranstaltungen teil und zog es vor, seine Abende im Arbeitszimmer zu verbringen. Begeistert von liberalen Ideen erlaubte Morozov die Durchführung von Versammlungen der konstitutionellen Landwirte und versteckte den Revolutionär Nikolai Bauman, der bei ihm im Billardzimmer übernachtete. Eines Nachts, während solcher Übernachtungen, besuchte ihn der Moskauer Stadtkommissar Anatolij Reinbot. Später überdachte Morozov seine politischen Ansichten.

Heute bleibt das Herrenhaus von Zinaida Morozova ein wichtiges Zentrum des politischen und gesellschaftlichen Lebens in Moskau. Hier finden regelmäßig internationale Konferenzen und Treffen statt. Die prunkvollen Säle werden auch für Präsentationen von Wirtschaftsforen und Modenschauen genutzt.

Geo-Punkt

Особняк Зинаиды Морозовой

Kommentare