Der Palast, der dem Rostower Getreideindustriellen und Pferdezuchtmeister Ivan Alexandrowitsch Suprunov gehört, ist eines der herausragenden architektonischen Wahrzeichen. Er wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut, ist in die Liste der Objekte des kulturellen Erbes regionaler Bedeutung aufgenommen und stellt ein Denkmal der Architektur des vorrevolutionären Rostow am Don dar.
Das Gebäude befindet sich in der Puschkinstraße, Haus 79, und ist bei den Stadtbewohnern beliebt. Mit seinem Bau ist eine städtische Legende verbunden: Während einer Reise nach Italien war Suprunov von einem Palast in Neapel oder Genua beeindruckt und beschloss, ihn zu erwerben. Nach Verhandlungen mit dem Eigentümer, der zunächst ablehnte, bot Suprunov einen so hohen Betrag an, dass der Besitzer zustimmte. Der Palast wurde abgebaut, per Barge nach Rostow am Don transportiert und unter persönlicher Aufsicht von Suprunov wiederhergestellt. Es gibt jedoch die Meinung, dass die Gerüchte über die italienische Herkunft des Hauses der Kaufmann selbst verbreitete, um Aufmerksamkeit auf sein Geschäft zu lenken. Eine andere Version, die auf den Erzählungen der Tochter Suprunovs basiert, besagt, dass das Haus aus lokalen Materialien nach einem Projekt erbaut wurde, das von der Weltausstellung 1910 in Brüssel mitgebracht wurde. Die Wahrheit dieser Versionen bleibt fraglich, aber der Palast verdient zweifellos Aufmerksamkeit.
Ursprünglich war das Gebäude mit Marmor und Majolika geschmückt. Die Fensteröffnungen hatten halbrunde Abschlüsse, und der zentrale Eingang war mit einem Marmorbogen gestaltet. Vor dem Haus befand sich ein Vorgarten, dahinter ein Garten mit einem mit blauer Majolika gefliesten Pool. Entlang der Puschkinstraße wurde ein Zaun mit Schmiedeeisen-Gitter installiert. Das Haus wurde auf 17.000 Rubel geschätzt. Ivan Suprunov lebte mit seiner Familie in dem Palast, aber nach dem Kommen der sowjetischen Macht wurde das Gebäude konfisziert, und Suprunov selbst wurde von den Bolschewiki verhaftet und wahrscheinlich erschossen, da nichts mehr über ihn bekannt ist.
In den 1920er Jahren beherbergte das ehemalige Haus Suprunovs eine Krippe und ein Kinderheim, was zu erheblichen Zerstörungen und dem Verlust der Innenausstattung führte. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Palast ebenfalls beschädigt und erst in den 1950er Jahren im pseudoklassizistischen Stil rekonstruiert. Nach Abschluss der Arbeiten wurde das Haus den Mitarbeitern der SKZhD zur Verfügung gestellt.
Heute befindet sich in dem Gebäude das Rostower Oblastmuseum für Heimatkunde. Vor ihm steht die Skulptur „Der einheimische Rostower“, in der das Bild von Ivan Alexandrowitsch Suprunov leicht zu erkennen ist. Was das äußere Erscheinungsbild des Hauses betrifft, so ist von der ursprünglichen Dekoration nur die Verkleidung des Sockelgeschosses mit dunklem Marmor erhalten geblieben, alles andere ging in den Jahren der sowjetischen Macht verloren.
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