Informationen zum Gebäude
Das Holzhaus in der Denegzhny-Gasse wurde nach dem Brand von Moskau im Jahr 1812 erbaut und erhielt sein heutiges Aussehen durch Umbauten in den 1880er Jahren, die von dem Architekten Wladimir Pawlowitsch Gawrilow durchgeführt wurden.
Zu verschiedenen Zeiten gehörte das Haus dem Kaufmann N.K. Bolja und wurde dann Eigentum des erblichen Bürgers Karl Alexandrowitsch Gutheyl, der hier Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts lebte.
K.A. Gutheyl, ein eingebürgerter Deutscher, erbte von seinem Vater ein Musikverlagshaus, das sich mit der Veröffentlichung von Noten und Partituren beschäftigte. Die Firma hatte ein eigenes Geschäft und gab eine Zeit lang das monatliche „Musikalische Journal“ heraus. Unter seiner Leitung wurde der „Verlag A. Gutheyl“ einer der größten in vorrevolutionärem Russland, spezialisiert auf Werke sowohl europäischer als auch russischer Komponisten wie Verstowski, Dagomyzhsky, Glinka, Balakirev und andere. Im Jahr 1915, nach Beginn des Krieges mit Deutschland und den darauf folgenden Verfolgungen, sah sich Gutheyl gezwungen, seine Firma und das Geschäft an Sergei Kussewitzky und dessen „Russisches Musikverlagshaus“ zu verkaufen. Bald darauf verließ er Russland und ging nach Europa.
Gutheyl war der erste Verleger der Werke von Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow. Er interessierte sich für den talentierten Absolventen des Moskauer Konservatoriums und bot an, seine Oper „Aleko“, die Diplomarbeit des jungen Komponisten, zu veröffentlichen.
Der Verleger und Rachmaninow verbanden viele Jahre Freundschaft und Zusammenarbeit. Der Komponist besuchte oft sein Herrenhaus in der Denegzhny-Gasse.
Gutheyl engagierte sich auch aktiv in der Wohltätigkeit und war einer der Teilnehmer der „Gesellschaft zur Gründung eines öffentlichen Theaters in Moskau“, dem zukünftigen Moskauer Kunsttheater, zusammen mit K.S. Stanislawski, W.I. Nemirovich-Danchenko und S.T. Morozow.
Nach 1917 wurde das ehemalige Herrenhaus Gutheyls nationalisiert und verschiedenen Verwaltungsbehörden übergeben.
Umbau und Restaurierung
Im Zuge der jüngsten Restaurierung wurden alle tragenden Konstruktionen des Gebäudes verstärkt, die Fassaden erhielten ihre ursprüngliche Farbgestaltung und architektonische Gestaltung zurück, einschließlich der figürlichen Attiken mit Kartuschen und dem krönenden Gesims. Die Restauratoren reinigten auch die Innenräume von späteren Gipskartonüberlagerungen. Die räumlich-planerische Struktur des Gebäudes, der hölzerne Eingangsbereich und die dekorative Ausstattung der Innenräume wurden wiederhergestellt. Im Jahr 2017 wurde das Herrenhaus N.K. Bolja, K.A. Gutheyl Preisträger des Wettbewerbs der Regierung von Moskau „Moskauer Restaurierung“ in den Kategorien „Bester Restaurierungs-/Umnutzungsprojekt“, „Beste Organisation der Reparatur- und Restaurierungsarbeiten“ und „Hochwertige Reparatur- und Restaurierungsarbeiten“.
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