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Das Herrenhaus von I.L. Ding

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Neben dem Sokolniki-Park steht ein Herrenhaus, das sofort mit seinen ungewöhnlichen Formen ins Auge fällt. Es hat ein hohes, vierseitiges Dach und einen Eckturm mit einem spitzen Abschluss. Die Fenster sind in verschiedenen Formen und Größen: bogenförmig, fast rund und drei schmale Schießschartenfenster. Die gelben Wände sind mit Stuckbändern und Kränzen verziert, als wäre das Haus in ein Geschenk eingewickelt. Besonders auffällig sind die bunten Majolika-Paneele mit südlichen Landschaften und Zypressen.

Erstaunlicherweise war dieses Haus ursprünglich ein Verwaltungsgebäude der Fabriken von Johann-Leonhard Ding, die Süßigkeiten und Nudeln herstellten. Ding, ein „Hamburger Bürger“, war einer der ersten, der in Russland Nudeln produzierte. In den 1880er Jahren gründete er eine Fabrik in Zamoskvorechye und erwarb zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Grundstück am Fluss Rybinka, wo er Fabrikgebäude und ein Büro baute, in dem der Verwalter wohnte.

Der Architekt Alexander Kalmykov, der für Ding arbeitete, ist auch für Projekte der Fabrik „Einem“ bekannt, die später zu „Roten Oktober“ wurde. Es ist jedoch möglich, dass das Büro für Ding von einem unbekannten deutschen Architekten entworfen wurde oder Kalmykov auf Wunsch des Auftraggebers ein ausländisches Vorbild nachahmte, da das Gebäude an den deutschen Jugendstil erinnert.

Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs fühlten sich die Deutschen in Russland unwohl. Johann Ding verließ das Land und verkaufte das Geschäft an Nikolai Blandov, der es nur kurzzeitig besaß. Dennoch stellte die Fabrik in der 3. Rybinskaya-Straße auch nach der Revolution weiterhin Nudeln her, da die Bolschewiki das Unternehmen nationalisierten und sein Profil beibehielten.

Geo-Punkt

Особняк И.Л. Динга

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