Das Gebäude, ursprünglich im XIX. Jahrhundert als klassischer Herrenhausflügel erbaut, verwandelte sich im Laufe der Zeit in eine moderne Villa mit einem einzigartigen Kokoschnik-Turm. Zu Beginn des XX. Jahrhunderts gehörte es einer bekannten Moskauer Teehändlerfamilie.
Das zweigeschossige Bauwerk ist ein Beispiel für den Jugendstil zu Beginn des XX. Jahrhunderts und hat eine reiche Geschichte. Ursprünglich befand sich auf dem Gelände des seit dem XVIII. Jahrhundert bestehenden Anwesens ein einstöckiger Wirtschaftsflügel im klassischen Stil. In den 1870er Jahren beauftragten die Eigentümer den Architekten August Weber, es in ein Wohnhaus umzubauen und einen Keller sowie ein zweites Stockwerk hinzuzufügen.
August Weber, ein österreichischer und russischer Architekt, war an der Schaffung der Pavillons der Allrussischen Kunst- und Industrieausstellung auf dem Chodynka-Feld beteiligt und entwarf Mietskasernen in der Tverskaya, Myasnitskaya und Bolshaya Lubyanka.
Zu Beginn des XX. Jahrhunderts erwarb die Familie Philippow, bekannte Moskauer Teehändler, das Anwesen. Sie nutzten das Gelände zur Einkommensgenerierung, indem sie Wohn-, Handels- und Lagergebäude darauf errichteten. Die Villa wurde nach dem Geschmack des Familienoberhaupts, Ivan Nikolayevich Philippow, umgebaut, der wollte, dass sein Haus an eine mittelalterliche Burg erinnert und sich von den benachbarten Gebäuden abhebt.
Das moderne Erscheinungsbild erhielt die Villa 1906, als ihre Fassade nach dem Entwurf des Architekten Alexander Krasilnikov im Jugendstil umgebaut wurde. Nach dem Umbau befanden sich im Keller eine Wäscherei und eine Wohnung für einen Angestellten, im ersten Stock Mietwohnungen und im zweiten Stock wohnte selbst Philippow.
Alexander Krasilnikov, ein russischer Architekt, entwarf zu Beginn des XX. Jahrhunderts kleine Gebäude im nördlichen Teil Moskaus und war an der Schaffung städtischer Anwesen beteiligt.
Die Ecke des Gebäudes wird von einem Türmchen mit konischer Dachform geschmückt, während der zweite Stock mit Belvederes in Form von Erkern, die mit figürlichen Attiken gekrönt sind, versehen ist, von denen einer an einen Kokoschnik erinnert und mit einem keramischen Wandbild dekoriert ist. Ein charakteristisches Merkmal des Jugendstils ist die vielfältige Gestaltung der Fassaden, bei der reliefierte Verkleidungen mit glattem Putz und Ziegelmauerwerk kombiniert werden.
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