Die ersten Pashminas wurden von Dschigits aus der Kirgisisch-Kaisak-Orda getragen, um sich vor der harten Kälte des Uralgebirges zu schützen. Nur in Orenburg gelang es, Praktikabilität mit hoher Handwerkskunst zu vereinen.
10 Fakten über den Orenburger Schal:
1. Die "weibliche" Ära des Schals begann im 18. Jahrhundert, als Ural-Kosakenfrauen, die mit Spitze und Stickerei vertraut waren, durchbrochene Schals aus Pashmina zu stricken begannen, die als "Spinnennetz" bezeichnet wurden. Das Handwerk entstand fast zeitgleich mit der Gründung Orenburgs.
2. Das Handwerk verwandelte sich in eine Industrie dank wissenschaftlicher Überlegungen. Der Ethnograf Peter Rychkov wies auf die heilenden Eigenschaften der Pashmina hin und schlug 1766 vor, die Pashminastrickerei in der Region zu organisieren.
3. Die "Weltpremiere" des Orenburger Schals fand Mitte des 19. Jahrhunderts in Paris statt. In London erhielt die Orenburger Kosakin Maria Uskova eine Goldmedaille für Schals aus Ziegenpashmina.
4. Das Hauptgeheimnis des Orenburger Schals ist die einzigartige Pashmina. Sie ist die dünnste der Welt, 16 Mikrometer, während die berühmten Angoraziegen 22-24 Mikrometer haben. Die dünnste Pashmina liefern Ziegen, die in den Bergsteppen des Ural weiden.
5. Versuche, Orenburger Ziegen im 19. Jahrhundert in Frankreich, Südamerika und Australien zu züchten, waren nicht erfolgreich. Den Ziegen aus dem Wolgagebiet fehlte die Härte im milden Klima.
6. Die Pashmina der Orenburger Ziegen war ein eigener Exportartikel des Russischen Kaiserreichs. Frankreich kaufte Zehntausende Pud. In England wurden sogar Schals mit dem Vermerk "Nachahmung aus Orenburg" gestrickt.
7. In der Sowjetunion wurden echte Orenburger Schals zu Museumsraritäten, sie waren fast unmöglich zu kaufen. Bis 1985 waren die Pashminastricker registriert, und ihre Produkte gingen in den Export.
8. Im Jahr 2013 wurde in der Fabrik in Orenburg der größte Schal mit einer Größe von 3,6 auf 3,6 Metern geschaffen, für den 13,5 km Pashminagarn verwendet wurden. Der vorherige Rekord hielt fast 90 Jahre, als der Regens Ermolai Fedorov aus dem Dorf Schjoltoje von Hand einen Schal mit tausend Maschen strickte.
9. Die berühmten Halbschals wurden an Montserrat Caballé, Annie Girardot, Sean Young, Nadezhda Babkina und Madonna verschenkt. Der bekannteste Schal wärmte die Schultern von Lyudmila Zykina während der Aufführung des Liedes "Orenburger Pashmina".
10. Der Schal kann durch einen Ehering passen und in ein Gänseei gelegt werden, aber das ist kein Echtheitstest. Es geht um das berühmte Spinnennetz. Dichtere Schals aus Orenburg passen nicht durch den Ring, sind aber bei Kälte wertvoller.
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