Unter dem Pseudonym "Viki".
Während des Zweiten Weltkriegs kämpften Hunderte von Russen im Widerstand für die Unabhängigkeit Frankreichs und für die gemeinsame Sache der Menschheit. Unter ihnen waren oft Vertreter alter adliger Familien. Auch junge russische Emigrantinnen zeigten sich mutig. Eine von ihnen, Wera Apollonowna Obolenksaja, wurde zur Legende des alliierten Widerstands. Sie war 29 Jahre alt, als sie 1940, nach der faktischen Besetzung Frankreichs, eine Untergrundgruppe namens "Zivile und militärische Organisation" gründete. Im Untergrund erhielt Obolenksaja das Pseudonym Viki und konnte Kontakt zu Vertretern von Charles de Gaulle herstellen.
Ihre Untergrundaktivitäten umfassten ganz Frankreich. Spione übermittelten den Alliierten Informationen über die Bewegungen der deutschen Truppen, die Stärke der Garnisonen und die Standorte von Panzerverbänden. Darüber hinaus befreite die "Zivile und militärische Organisation" Gefangene, bildete Reservisten aus und half Spionen, die Frontlinie zu überqueren. Ihre Gefährten bemerkten, dass Viki über ein einzigartiges Gedächtnis verfügte und wichtige Informationen nie aufschrieb, um nicht gefasst zu werden.
Die Nazis kamen durch einen Zufall auf ihre Spur. 1943 wurde ihr enger Gefährte Roland Farjon festgenommen. Bei einer Durchsuchung fand man einen Beleg für das Telefon einer Wohnung, die bereits unter Verdacht stand. Dort entdeckte man Funkgeräte und ein Waffenlager.
Die Ermittlungen führten zur Festnahme Obolenksajas. Sie wurde gefoltert, um sie auf die Seite der Faschisten zu ziehen. "Ich, eine Russin, habe mein ganzes Leben in Frankreich gelebt; ich will weder meinem Heimatland noch dem Land, das mich aufgenommen hat, untreu werden. Aber das könnt ihr Deutschen nicht verstehen", erinnerte sich eine andere Widerstandskämpferin, Sofia Nosowitsch, an ihre Worte während des Verhörs. Viki-Obolenksaja wurde nach Berlin gebracht, wo sie mit der Guillotine hingerichtet wurde. Posthum wurde sie mit dem höchsten Orden Frankreichs, dem Orden der Ehrenlegion, ausgezeichnet.
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