Der Name Frithjof Nansen ist vielen bekannt durch den Nansen-Pass, der im 20. Jahrhundert das einzige Dokument für Millionen von Emigranten wurde, von denen die meisten russische Exilanten waren, wie Denikin und Rachmaninow. Dieser Pass gewährte ihnen das Recht auf Asyl und Aufenthalt in den Ländern Europas, war aber auch eine Art Kennzeichen für Menschen ohne Staatsangehörigkeit. Frithjof Nansen war ein bekannter norwegischer Polarforscher, Zoologie-Professor und Begründer der physikalischen Ozeanographie. Seine Errungenschaften und Tätigkeitsbereiche sind umfangreich: Er war nicht nur Wissenschaftler, sondern auch gesellschaftlicher Akteur, Humanist und Wohltäter. Nansen spielte eine Schlüsselrolle bei der Auflösung der Union zwischen Schweden und Norwegen, was zur vollständigen Unabhängigkeit seines Landes führte. Besonders interessant ist er jedoch im Kontext seines Beitrags zur Rettung von Hunderttausenden russischen Migranten und denjenigen, die in den 20-30er Jahren im sowjetischen Hunger litten. Bereits im reifen Alter übernahm Nansen das Amt des Hohen Kommissars des Völkerbundes für Flüchtlingsangelegenheiten in Europa, wo er sich hauptsächlich mit den russischen Emigranten beschäftigte, die gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen. 1921 wurde speziell für sie der Nansen-Pass geschaffen, der später auch anderen Flüchtlingen ausgestellt wurde. Als er von der Hungersnot in der Wolga erfuhr, beschloss Nansen zu helfen, erhielt jedoch aufgrund der komplexen politischen Situation keine Unterstützung vom Völkerbund. Die Bolschewiki waren nicht an einer Zusammenarbeit mit dem Völkerbund interessiert, der seinerseits Angst hatte, beschuldigt zu werden, den Bolschewismus zu unterstützen. Infolgedessen musste Nansen private Hilfe für die Hungernden leisten, was dennoch viele Leben rettete. 1922 wurde Nansen mit dem Nobelpreis ausgezeichnet und lebte weitere 8 Jahre, bevor er 1930 im Alter von 68 Jahren starb.
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