Am 1. Juli 1877 wurde in Blagoweschtschensk auf Befehl von Kaiser Alexander II. eine vierklassige männliche Progymnasium mit Vorbereitungsklasse eröffnet. Für ihren Unterhalt wurden jährlich 14.550 Rubel aus der Staatskasse bereitgestellt. Im Jahr 1882 wurde die Progymnasium zu einer sechsklassigen Schule, und 1891 wurde sie in ein Gymnasium umgewandelt. Diese Bildungseinrichtung war das erste Beispiel für die Einführung von gymnasialer Bildung im Fernen Osten. Der Militärgouverneur S. M. Duchowski bemerkte, dass nur in der Amur-Region eine vollständige allgemeine Bildung für Kinder möglich sei.
Ursprünglich befand sich das Gymnasium in einem Holzgebäude an der Ecke der Straßen Bolschaja und Grafskaja (heute Lenin und Kalinin). In den Jahren 1911-1913 zog es in ein neues Steingebäude um, das von dem Militäringenieur E.I. Scheffer entworfen wurde. Das Hauptmerkmal seiner Architektur war der mittlere Risalit, der hervortritt und von zwei quadratischen Türmen mit Zeltdächern gekrönt wird. Das Gebäude ist dreigeschossig, aus Ziegeln, mit verputzten Wänden und Satteldächern. Das technische Büro des Handelsunternehmens "Kunst und Albers" war für die Installation der Wasserheizung, Wasserversorgung, Belüftung und Abwasserentsorgung zuständig. In den 1920er Jahren befand sich im Gebäude die erste Stufe der Gubernialen Parteischule namens Lenin, und ab den 1930er Jahren begann hier das Blagoweschtschensk Staatliche Pädagogische Institut zu arbeiten. Nach dem Brand von 1960 wurde das vierte Stockwerk fertiggestellt.
Heute ist dieses Gebäude der Hauptsitz der Blagoweschtschensk Staatlichen Pädagogischen Universität. Seit 1988 ist es als Architekturdenkmal anerkannt und gesetzlich geschützt.
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